Circa Survive - On Letting Go - Cover
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Circa Survive On Letting Go


  • Label: Equal Vision/CARGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Circa Survive entstanden 2004 als Anthony Green (Mitglied der Band Saosin) auf Colin Frangicetto (ehemals This Day Forward) traf – der sich gerade in Philadelphia die Weisheitszähne ziehen lassen wollte – und beide daraufhin zusammen ein Nebenprojekt zu planen beginnen. Green (Gesang) und Frangicetto (Gitarre) schlossen sich mit Brendan ckstrom (Gitarre), Steve Clifford (Schlagzeug) und Nick Beard (Bass) zusammen und produzierten mit Brian McTernan (Thrice, Cave In) im Jahr 2005 ihr Debütalbum "Juturna“, das auf überraschend gute Kritiken stieß und Circa Survive schnell zum neuen Stern am Emocore-Himmel aufsteigen ließ.

Der Fünfer aus Philadelphia legt nun mit „On Letting Go“ ihr zweites schwieriges Machwerk vor, mit dem nach dem ersten Hördurchgang kaum etwas anzufangen ist. Wie ein nasskalter, dichter Regenschauer prasseln die einzelnen Stücke auf den Hörer herab, den ein klammes Gefühl überkommt und begossen zurückbleibt. Die Mischung aus Emocore und Art-Rock mit Coheed & Cambria und Dredg Anleihen, die Circa Survive dem Hörer vorsetzen, wirkt äußerst sperrig und ist nur schwer zu erschließen. Mehrere Durchgänge sind daher schon nötig, um die Platte erfassen zu können. Sie öffnet sich aber nie ganz und bleibt wie ein kleines Mysterium zurück, das immer wieder ergründet werden möchte.

Schweifende Gitarrenteppiche, wie eine Nebelbank über einem morgendlichen Quellmoor, dessen Geburt aus den allgegenwärtigen Problemen und zwischenmenschlichen Beziehungen herrührt, erfüllen den graugefärbten Raum und sind für den Konsumenten kaum greifbar. Darüber Greens hoher, teils weinerlicher, teils exstatischer Gesang, der Erinnerungen an Coheed & Cambria-Fronter Claudio Sanchez weckt und den Songs zusätzlich einen klagenden Ausdruck verleiht. Dazu ein agiles Schlagzeug, das nie plump, sondern stets akzentuiert und präzise die Basis der expressiven Songs bildet.

Lässt man sich auf das emotionale Konzentrat dieser Platte ein, wird man großenteils von der enormen Klanggewalt ergriffen. Man wird allerdings kein Gefallen an „On Letting Go“ finden, wenn man das Album als Massenware konsumiert oder zu Hintergrundbeschallung degradiert.

Anspieltipps:

  • The Difference Between Medicine And Poison Is In The Dose
  • Kicking Your Crosses Down
  • Your Friends Are Gone
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