Big Boy - Hail The Big Boy - Cover
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Big Boy Hail The Big Boy


  • Label: Mate In Germany/SOULFOOD
  • Laufzeit: 41 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Von dem Geist Freddie Mercurys und Armee-Entlassung aus psychischen Gründen ist die Rede in dem Presse-Info zu Big Boy und ihrem ersten Album „Hail The Big Boy”. Bandmitglieder werden mit A.K., Kafka oder Happy benannt und ihr Kennenlernen beziehen Big Boy auf eine Pilgerreise am Jacobsweg, während der vermeintliche Haupt-Provokateur und Sänger für die Finanzierung des Debüts meistbietend Oral-Sex vertickt hat. Soviel zu dem teils amüsanten, teils trägem Showgebilde, das die unspektakuläre Collage aus Gothic-Rock, trashigem Electro-Geklimper und Mutterschreck-Attitüde zu überdecken versucht. „Hail The Big Boy” ist sicher nicht mehr als Mittelmaß und musikalisch sträflich unterfordernd, doch der dreckig gemeinte Rock-Spirit mit Party-Geboller und fiedelnden Gitarren dürfte bei den gebuchten Festivals (M´era Luna, Big Day Out, …) einen amüsanten Opener um die Mittagszeit bieten.

Ein Intro, das an vergessene Horror-Schocker der TV-Frühzeit erinnert, wird vom breitbeinig rockenden Titeltrack abgelöst, der im Midtempo-Bereich angesiedelt in New Metal-Regionen schielt und den Refrain theatralisch und hymnisch um sich baut. Wenig Substanz (Plastik-Streicher, halbherzige Riffs, wenig charakteristisches Songwriting), dafür aber umso mehr Party-Breitseite und Horror-Attitüde, die sich doch einigermaßen gekonnt im glitzernden Showlicht der Glam-Gemeinde präsentiert. „Get Over It” würde okay sein, wenn da nicht schon wieder diese Keyboards wären, die wohl Kirchen-Orgeln parodieren wollen und dabei die Nerven überstrapazieren. Entweder hat es mit der sinkenden Schmerzgrenze des Hörers zu tun oder mit den tatsächlich gefestigteren Songs von Big Boy zu tun – die ab „Let The Dead Bury Their Own Dead” (den Titel mal außen vor gelassen) aus den Boxen dringenden Songs sind jedenfalls schon genussvoller zu konsumieren, auch wenn hier die Relation eingehalten werden sollte. Ein Halloween-Spaß ist das Album vielleicht, doch wer es wirklich für eine Plattensammlung braucht, sei dahin gestellt.

Das industrielle Atem-Geräusch in „Let The Dead…” lässt erneut die Lacher garantieren, doch so zurückgezogen mit Piano und flüsternder Stimme zeigen Big Boy wirklich ein ernstzunehmendes Gesicht mit einprägsamer Relevanz. Wie angedeutet, geht es danach insgesamt wertvoller zur Sache (Peinlichkeiten nicht ausgeschlossen), da die Gitarren dann doch mal druckvoller braten („Gestasi Baby”) und aus dem schnell verflogenen Party-Rocker manche markante Elemente hervorstechen, was auf einer lauen Platte wie dieser sicher nichts weltbewegendes ist, aber immerhin doch erfreut.

Anspieltipps:

  • Let The Dead Bury Their Own Dead
  • Gestasi Baby
  • Sin-Sational
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