Diverse - Bowiemania - Cover
Große Ansicht

Diverse Bowiemania


  • Label: Naive/INDIGO
  • Laufzeit: 60 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Sampler mit schlechten oder zumindest unspektakulären Cover-Versionen gibt es ausreichend, was den Wunsch nach weiteren Compilations dieser Machart nicht gerade beständig wachsen lässt. Anders dürfte es den Kennern der französischen Sampler-Reihe „Paris Derniere“ gegangen sein: Dort vereint Béatrice Ardisson individuell spielerische Cover-Versionen und bringt sie mit detailreicher Verpackung in die Läden. Zum Anlass des 60. Geburtstages von David Bowie erscheint nun eine ebensolche Compilation, die trotz wenig namhafter Künstler eine echte Perle im Grau der Einheits-Interpretationen ist.

Los geht es mit Emilie Simon, die einen grandiosen Start von „Bowiemania“ hinlegt. Eine lieblich zerbrechliche Stimme zeigt uns mit Hilfe von Streichern und sonnigen Trommeln eine einprägsame Version von „Space Oddity“, der das partiell einsetzende Glockenspiel wunderbar steht und nicht nur für den Bowie-Fan ein tolles Stück Musik bereithält. Swing als Grundlage für das elektronisch verzierte und mit einer erdigen Gitarre bestückte „The Jean Genie“ von Paco Volume ist genau so wie das tragisch klimpernde „Life On Mars“ von Yann Tiersen feat. The Divine Comedy gut, doch nicht wirklich faszinierend. Dafür fehlt es an Überraschungsmomenten, welche dafür durch die losgelösten Eroberer unter den David Bowie Ehre erweisenden Künstlern auf „Bowiemania“ geboten wird.

„This Is Not America“ im Bossa Nova-Gewand und „Changes“ als sonniger Soul-Pop reißen mit ihrer freien und lockeren Herangehensweise mit, während man mit Freude feststellt, dass die großen Originale aus dem Hause Bowie nicht mit übermäßiger Ehrfurcht empfangen wurden und somit eine markante Spielfreude das Ruder übernimmt. In regelmäßigen Abständen wird dem geneigten Hörer Raffiniertes geboten, das genre-mäßig nicht wirklich einen gemeinsamen Nenner findet, dennoch ineinander greifend überwiegend die ruhigen Momente bedient. Spätestens bei dem durch einen Chor formschön veredelten Hidden-Track „Space Oddity“ ist man sich gewiss, es mit einem wirklich gelungenen Cover-Album zu tun zu haben, das in Sachen Detailliebe und Freigeistigkeit seinen Mitstreitern einiges voraushat.

Anspieltipps:

  • Emilie Simon - Space Oddity
  • Microsillon feat. Eugénie Alquezar - This is not America
  • Cocosuma - The Man Who Sold The World
Neue Kritiken im Genre „Folk“
Diskutiere über „Diverse“
comments powered by Disqus