Reel Big Fish - Monkeys For Nothin´ And The Chimps For Free - Cover
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Reel Big Fish Monkeys For Nothin´ And The Chimps For Free


  • Label: Ryko/Rough Trade
  • Laufzeit: 57 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Gut zwei Jahre ist es her, dass die werten Herren von Big Reel Fish die Instrumente in die Hände genommen, sich im Studio getroffen und eine neue Platte aufgenommen haben. Der Neuling „Monkeys For Nothin’ And The Chimps For Free”, ein ebenso langer wie lustiger Titel, tritt heuer an, die Tradition vergangener Alben und Jahre aufzugreifen und den Fans einmal mehr relaxten Ska-Punk auf die Ohren zu drücken.

Das Sextett um Sänger, Gitarrist und Gründungsmitglied Aaron Barett, Bassist Derek Gibbs, Drummer Ryland Steen sowie Posaunist Dan Regan und den Trompetern Scott Klopfenstein und John Christianson präsentiert sich mit insgesamt 17 Songs, von denen einige bereits für frühere Alben konzipiert wurden, zu diesen aber nicht so recht passen wollten und nunmehr ihren Weg auf die aktuelle Scheibe gefunden haben. Zu diesen hausgemachten „Oldies“ gesellen sich auch ansprechende Coverversionen wie „Another Day In Paradise“, bekannt durch Phil Collins. Aber dazu später mehr.

Das Album beginnt mit einem wahrhaftigen Brett: „Party Down“ schlägt direkt zu Beginn richtig ein. Zwar dominieren hier noch Gitarre und Bass, doch beweisen die eingestreuten Breaks schon das Können und Gespür des Bläsersatzes. Im Anschluss an den Opener bleibt dem Hörer beim „Another F.U. Song“ im ersten Moment ein wenig die Spucke weg: Ein eindeutigeres Zeichen gegen die in den USA stark vollzogene Zensur von Songtexten als ein fast nur aus den Worten „Fuck you“ bestehender Song ist wohl kaum drin. Das mag der ein oder andere plakativ finden, es ist aber so geschickt und ansprechend gemacht das hier wohl nur hilft, einmal selbst reinzuhören. „My Imaginary Friend“ zeigt kurz darauf, was die wirkliche musikalische Stärke der Band ausmacht: Gemütlicher Ska-Punk, der einfach zum mitmachen animiert. Die Kombination aus vitaler Rhythmus-Sektion und einem fetzigen Bläsersatz spricht einfach an.

Gleiches gilt auch für „Slow Down“: Eine richtig entspannte Nummer, die einfach tierisch Laune macht, ordentlich groovt und streckenweise ein wenig an Jack Johnson erinnert. Mit „Will The Revolution Come“ nimmt auch Reel Big Fish die Politik mit ins Programm auf – so gehört sich das aber auch, macht man tatsächlich Punk. Tracks wie „The New Version Of You“ oder „Hate You“ brechen etwas mit den erwähnten langsameren Tracks und setzen voll auf Tempo. Genau dies ist die große Stärke der Platte: Reel Big Fish greifen tief in die Trickkiste: Die Coverversion von „Another Day In Paradise“ kann als absolut gelungen angesehen werden, darüber hinaus finden sich auch Songs die eher in die Acoustic-Richtung ("Please Don't Tell Her I Have A Girlfriend“) gehen oder wie der Schlusstrack „Cannibal“ geradezu, in einem positiven Sinne, bedrohlich rüberkommen.

Insgesamt kann man nicht viel Schlechtes über „Monkeys For Nothin’ And The Chimps For Free“ berichten: Musikalisch wie Inhaltlich passt es, die Combo groovt ohne Ende und findet zugleich Luft und Zeit kleine Experimente auf der Scheibe zu verewigen. Den Jungs gelingt es auch nach mittlerweile gut 15 Jahren im Musikbusiness noch immer ihr Ding durchzuziehen und trotzdem originell zu bleiben. Sie haben sich den Spaß an der Musik wie auch eine gehörige Portion Zynismus erhalten und präsentieren diesen Mix auf eine sehr coole Art und Weise. Nicht nur eingefleischte Fans, sondern auch Neulinge des Genres dürften ihren Spaß mit Reel Big Fish haben – sei es in den eigenen vier Wänden oder auf einer der hoffentlich noch kommenden Strandpartys.

Anspieltipps:

  • Party Down
  • Slow Down
  • Will The Revolution Come
  • Another Day In Paradise
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