Drowning Pool - Full Circle - Cover
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Drowning Pool Full Circle


  • Label: Eleven Seven/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Schicksal meinte es nicht gut mit Drowning Pool. Gestartet als eines der heißesten Eisen in der Nu-Rock- und Metal-Szene, hatten die vier Jungs aus Dallas bereits mit dem Debüt „Sinner“ 2001 eine platinveredelte Scheibe im Gepäck, mit der sie anfingen durch die Welt zu touren. Durch eine unglückliche Fügung starb jedoch das Aushängeschild der Truppe, Sänger Dave Williams, während einer der vielen Haltestellen des Ozzfestes an einer seltenen Herzkrankheit. Mit ihm verließ jedoch nicht nur eine der charakteristischsten und wandlungsfähigsten Stimmen im Rock/Metal-Bereich die Band, sondern auch der Motor, der die Amerikaner bislang angetrieben und immer mehr Fans um sich scharen ließ. Ersatz wurde in Jason Jones gefunden, der mit seinem ähnlich gelagerten Organ den Nachfolger „Desensitized“ (2004) einsingen durfte, für viele blieb jedoch gerade einmal Pornodarstellerin Jesse Jane am Cover als Kaufgrund über und die Scheibe konnte dem Vorgänger weder kommerziell noch qualitativ das Wasser reichen.

Gemäß dem Motto „We wanted to keep playing with each other, but we did wonder if it would still be Drowning Pool without Dave or whether we should keep the name in his memory. We decided to keep the band going because if we didn´t, it would put to rest everything we did with Dave. If someone in your family dies, you don´t change your name. You just keep going” gibt es nun den zweiten Neubeginn mit Ex-Soil-Sänger Ryan McCombs, Jones wurde gedroppt. Musikalisch hat sich jedoch nicht viel verändert, die Texaner versuchen weiterhin eine Schnittmenge aus gemäßigtem Hardrock mit Alternative Metal-Elementen darzubieten, die allerdings auf „Full circle“ stellenweise dermaßen altbacken und ohne jegliche Frische aus den Boxen dröhnen, dass man dem dritten Werk rund um C.J.Pierce (Gitarre), Stevie Benton (Bass) und Mike Luce (Schlagzeug) gar keine Chance geben will.

Zwar rockt der Opener und Titeltrack gleich ordentlich drauflos, doch bereits bei „Enemy“ beginnt der Lack abzublättern, obwohl der Track einen ordentlichen Schuss Groove auf den Weg mitbekommen hat. „Shame“ versucht daraufhin das alte Feeling des Debüts aufkommen zu lassen, während sich „Reborn“, „No more“, „Love X2“, „Upside down“ und „37 stitches“ als etwas zu zaghafte und zurückhaltende Rocksongs entpuppen, denen nach und nach der Saft ausgeht. Dazwischen mischen sich die zwei Schmalzballaden „Reason I´m alive“ und „Paralyzed“, die wohl eher auf die Stadien der Welt abzielen als auf täglichen Hörgenuss. Über den Soldaten-im-Irak-Aufmunterungssong „Soldiers“ breiten wir mal ganz schnell den Mantel des Schweigens (ungefähre Aussage: Macht weiter wie bisher, wir sind stolz auf euch. Lasst den Kopf nicht hängen. – „This is for the soldiers / All for one, let’s go”) und das Billy Idol-Cover „Rebel Yell“ ist ganz okay, aber nichts Besonderes. Mit dieser durchwachsenen Vorstellung katapultieren sich Drowning Pool jedenfalls selber ins Aus und werden früher oder später die Zeichen der Zeit ernten müssen, es sei denn sie schneien mit ihrem nächsten Album mit einer Hammergranate vorbei. Derzeit stehen die Aussichten dafür aber denkbar schlecht.

Anspieltipps:

  • Duet
  • Enemy
  • Full Circle
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