Ill Nino - Enigma - Cover
Große Ansicht

Ill Nino Enigma


  • Label: Cementshoes/SOULFOOD
  • Laufzeit: 54 Minuten
Artikel teilen:
3/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Unabhängig von den kreativen Defiziten und der unfreiwilligen Komik vieler Textpassagen, hat „Enigma“ dennoch zumindest zeitweise einen gewissen Unterhaltungsfaktor zu bieten.

Irgendjemand müsste Ill Niño mal verraten, dass das, was die Herren da anno 2008 immer noch abliefern, bereits Ende der Neunziger seinen Zenit überschritten hatte: Klischeetriefender Nu-Metal inklusive sämtlicher Trademarks des Genres. Ein Punkt wären da z.B. die in dieser Form einfach nicht mehr erträglichen It`s-time-for-revolution-and-I-won`t-do-what-they-tell-me-Lyrics. Zeilen wie „Well, I might be dead in your eyes / But I`m still alive and I / Will never follow anyone else“ oder „I don`t give a fuck what you think“ („Finger Painting“) sind heutzutage wirklich nur noch schwer ernst zu nehmen, da sie in jedem zweiten Song derartiger Kapellen wortwörtlich so oder in leichten Variationen aufzutauchen scheinen. Seien die Botschaften der Band auch noch so ehrbar, in dieser platten Form vorgetragen verursachen sie nur ungläubiges Kopfschütteln.

Weiterhin bietet die Band auf „Enigma“ auch instrumental nur die stilistisch übliche Kost, mag diese auch technisch auf recht hohem Niveau eingeprügelt worden sein. Sicherlich werden Fans der Band mit den ach so innovativen Latino-Einflüssen argumentieren, doch diese Idee walzen Ill Niño nun bereits auf dem vierten Album aus. Irgendwelche Neuerungen im Sound? Absolute Fehlanzeige! Folglich macht sich auch recht schnell gepflegte Langeweile breit. Außerdem killt „Me Gusta La Soledad“ sämtliche Anflüge von Wohlwollen zusätzlich mit übelstem Pop-Balladen-Schmalz frei nach Ricky-Martin-Art. Bei diesem Stück stellen sich wirklich die Nackenhaare auf!

Unabhängig von den kreativen Defiziten und der unfreiwilligen Komik vieler Textpassagen, hat „Enigma“ dennoch zumindest zeitweise einen gewissen Unterhaltungsfaktor zu bieten, der die nicht wenigen Fans der Band noch gerade bei Laune halten könnte. So lässt z.B. „Compulsion of Virus and Fever“ mit einem schönen, melodischen Mittelteil inklusive nettem Gitarrensolo zumindest zeitweilig aufhorchen, während „Formal Obsession“ durch einen vergleichsweise starken Refrain heraussticht. In der Summe ist „Enigma“ aber schlichtweg langatmig, erschreckend ideenlos und lyrisch stumpf.

Anspieltipps:

  • Compulsion Of Virus And Fever
  • Formal Obsession

Neue Kritiken im Genre „Nu-Metal“
6.5/10

The Serenity Of Suffering
  • 2016    
8/10

The Mask Of Hypocrisy
  • 2015    
4/10

Anything That Moves
  • 2015    
Diskutiere über „Ill Nino“
comments powered by Disqus