Silverstein - Arrivals And Departures - Cover
Große Ansicht

Silverstein Arrivals And Departures


  • Label: Victory Records
  • Laufzeit: 42 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem sich Silverstein 2000 in Burlington, südlich von Toronto, der Hauptstadt der Provinz Ontario in Kanada kennenlernten, beschlossen die fünf Jungs Richard McWalter (Gitarre), Bill Hamilton (Bass), Shane Todd (Gesang), Paul Koehler (Schlagzeug) und Josh Bradford (Gitarre) gleich zusammen Musik zu machen. Doch nach der ersten EP verabschiedete sich Richard von der Band. An seine Stelle trat Neil Boshart, mit dem Silverstein 2004 auch ihren ersten Longplayer „When Broken Is Easily Fixed“ bei Victory Records veröffentlichten. 2005 kam bereits der Nachfolger „Discovering The Waterfront“ in die Plattenläden und verkaufte sich weltweit eine halbe Million mal. Nun liegt mit „Arrivals & Departures“ das dritte Werk des Quintetts vor.

Für die Produktion verantwortlich zeichnet sich Mark Trombino, der auch schon für Jimmy Eat World und Blink 182 an den Reglern saß. Herausgekommen ist dabei ein solides Emocore-Album mit allen Zutaten, die dieses Genre hergibt und auch benötigt – aber nicht mehr. Druckvolle Drums und breite Gitarrensalven schaffen den Grund für Shanes emo-typischen Gesang, garniert mit einigen Shouts und elektronischen Spielereien.

Die ersten beiden Stücke der Platte „Sound Of The Sun“ und „Bodies And Words“ sind ein Paradebeispiel wie Emocore zu klingen hat. Das hat man nur leider schon tausendmal von jeder anderen Screamo-Band gehört und bietet nichts Außergewöhnliches. Das anschließende „If You Could See Into My Soul“ birgt dann aber doch eine kleine Überraschung und ist mit einem sauguten Refrain, inklusive verdammt starkem Elektro-Gimmick ausgestattet. Dieser Song ragt meilenweit aus dem üblichen Emo-Geplänkel heraus und reißt mit. „Worlds Apart“ beginnt wie eine schwermütige Ballade, gewinnt dann aber schnell an Fahrt, ehe ein tragender Refrain jede Halle in einem Meer aus Feuerzeugen versinken lässt. Nur leider bröckelt die dicke Schminke nach dem zweiten Hördurchgang und es wirkt, als hätte man etwas zu dick aufgetragen. „My Disaster“ erzeugt so gut wie überhaupt keine Spannung.

So ist das leider auch mit „Vanity And Greed“ und „Love With Caution“. Hier wird einfach nur auf bewährtes Emo-Handwerk – oder besser: „altes“ – gesetzt. „Still Dreaming“ kann wenigstens aufgrund des energetischen Refrains halbwegs überzeugen. Energetisch und druckvoll schießt auch „The Sand Will Turn To Glass“ durch die Boxen, das die Langeweile plötzlich wegbläst. Und auch mit „Here Today, Gone Tomorrow“ schaffen es Silverstein die Aufmerksamkeit an sich zu reißen.

Die obligatorische Ballade „True Romance“, in der sich Neil durchaus stimmig an einem kurzen, in den Song eingebundenen Gitarrensolo versucht, lässt „Arrivals & Departures“ schließlich – wie für eine Emo-Combo typisch – ausklingen. Nichts Neues also im Screamo-Sumpf. Das junge, alternative Publikum wird aber auch diese Scheibe bedingungslos annehmen, so dass auch „Arrivals & Departures“ zum Verkaufsschlager werden könnte. Zwar nicht unbedingt bei uns, aber mit Sicherheit hinter dem großen Teich.

Anspieltipps:

  • If You Could See Into My Soul
  • The Sand Will Turn To Glass
Neue Kritiken im Genre „Emocore“
Diskutiere über „Silverstein“
comments powered by Disqus