Beach - Play It to Death - Cover
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Beach Play It to Death


  • Label: Sinnbus/ALIVE
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Beach: Gitarre, Bass und Schlagzeug. Das zweite Album des Berliner Trios ist eine gehörige Portion Rock. Und mit „Play It To Death“ ist ihnen ein zwar schweres, aber dennoch hervorragendes und im positiven Sinne aufdringliches Album gelungen.

Nicht nur für die Freunde hervorragender elektronischer und experimentierfreudiger Musik, hat das Berliner Sinnbus Label äußerst musikalische Leckerbissen zu bieten. Dort tummeln sich neben Bands wie Bodi Bill oder Ampl:tude nämlich auch einige Vertreter der Gitarre schrammelnden Indie-, Folk- und Rock-Gemeinde.

Nach ihrem Debüt „2nd Hand Cannibals“ veröffentlicht das ebenfalls in Berlin beheimatete Trio Beach nun ihren zweiten Longplayer. Und mit Elektro oder Indie hat diese Rhythmusschwere, am ehesten mit Post-Noise-Rock zu umschreibende Rockalbum wahrlich nicht viel gemeinsam. Es ist ein stachlig strukturierter und von brechenden Riffs umspülter Rockbrocken dem deutlich die musikalische Nähe der Band zu Kollegen wie Tool, Mogwai oder Sparta anzuhören ist.

Und das knallt gewaltig. Auch wenn mit dem Instrumental „Subtalk“ oder dem feinen „A Shape On Tape“ durchaus auch mancher ruhige Ton angeschlagen wird, liegt das Hauptohrenmerk auf den keifenden und verworrenen Klangkonstrukten Marke Isis oder Fugazi. Die Laut-Leise-Konzeption von „Mimi Cries“ und „Capture The Flag“ funktioniert tadellos und auch „Gas Container“ kracht gewaltig um sich. „Play It To Death ist sicherlich keine leichte Nachmittagskost und auf eingängige Melodien wartet man vergebens. Diese Ungreifbarkeit ist an manchen Stellen sehr schwer zu verdauen und lässt leider einige Songs in diesem Noise-Gemisch untergehen. Aber gleichzeitig beziehen die meisten ihrer Stücke gerade daraus auch ihre wahre Stärke und Kraft. „Pray Or Pay“ und „Decode“ wachsen bei jedem erneuten Hördurchlauf. Denn die teils harten und zunächst verschachtelt wirkenden und wilden Klänge vereinen sich zuhörend. Und hat man erstmal Blut geleckt, ist es sehr schwer sich diesem Schweißtreibenden Sound zu entziehen.

Die Generation Rock sollen andere anpreisen und auf die perfekte Welle legen die drei erst Recht kein Wert. Was hier zählt ist die Wahrhaftigkeit. Mit „Play It To Death“ gelingt Beach ein Album, das sich bei jedem Hören steigert und bei dem nicht das einzelne Lied im Vordergrund steht, sondern das Werk an sich. Daumen hoch!

Anspieltipps:

  • Pray Or Pay
  • Glass Container
  • Decode
  • Capture The Flag
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