Trembling Blue Stars - Ther Last Holy Writer - Cover
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Trembling Blue Stars Ther Last Holy Writer


  • Label: Elefant Records
  • Laufzeit: 55 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein neues Muster trifft im Hause des Rezensenten ein. Man liest den Bandnamen Trembling Blue Stars, den Album-Titel „The Last Holy Writer“. Nie gehört, denkt man, widmet sich dem Cover Artwork, das auf schwarzem Hintergrund gothische Kirchenfenster abbildet. Der zunehmenden Verwirrung tritt man mit dem Einlegen der Disc in den Player entgegen.

Der Opener „By False Lights“ entwickelt sich ganz langsam und vorsichtig, akustische Gitarren, eine zart psychedelische Orgel, die sanfte Stimme von Mastermind und Songwriter Robert Wratten (auch bekannt als Frontman von The Field Mice), die von Beth Arzy eine kristallen gehauchte Untermalung erfährt. Auf „Idyllwild“ übernimmt dann Arzy die Lead Vocals und schickt uns in den Paisley Underground von The Rain Parade, den Rickenbacker Sound der 80er, respektive 60er Jahre. „Sacred Music“ ist allerschönster wolkenverhangener Luna-Pop, der eine rhythmisierte Fortsetzung auf „This Once Was An Island“ erfährt. Unter „The Coldest Sky“ entdecken wir “Schnee Gletscher Glas”, inspiriert vom gleichnamigen Werk des Künstlers Bruno Taut. Die Stimme von Daniela Neuhäuser (von der Band Malory) spricht über einem psychedelisch-wabernden Klangbild und gothischen E-Gitarrenfiguren, die atmosphärisch auf das Cover Artwork verweisen.

Hell strahlt dann „November Starlings“, hinterlässt „a trace of sunshine in the winter“. Doch kein Licht ohne Dunkelheit, folglich erzählt „Darker, Colder, Slower“ von den Schattenseiten und klingt als wäre Luna, The Cure und Slowdive gemeinsam im Studio gewesen. Und spätestens bei „From A Pale Blue Rosary“, „Say Goodbye To The Sea“ oder „The Tenth Of Always“ hat man die Gewissheit, dass man auch Vergleiche zu Mazzy Star, Galaxie 500 u.ä. ziehen könnte, aber das nützt alles nichts, denn längst schweben wir unter dem Himmel, der von Trembling Blue Stars übersät ist. Jene zitternden blauen Sterne erstrahlen auch auf „A Statue To Wilde“, das Oscar Wilde und Derek Jarman Tribut zollt. Hugh McDowell ist für das Streichquartett zu Beginn des Songs verantwortlich, ein Song der das Album abrundet, uns nochmals die sehnsüchtig-betörende Stimme von Beth Arzy und das luftige Songwriting Bob Wrattens in seiner ganzen Schönheit vorführt.

Verblüffend, dass „The Last Holy Writer“ bereits das sechste Album der in London ansässigen Trembling Blue Stars ist. Was haben wir da alles versäumt und wer ist denn nun dieser letzte heilige Autor, Oscar Wilde vielleicht oder Bob Wratten selbst? Die Antworten verlieren sich beim Hören des Albums, das einem auf die sanfte Art den Boden unter den Füßen wegzieht. Auf die superangenehme Art verliert man die Bodenhaftung, gleitet und schwebt. Ein gleichzeitiges Fliegen und Schwimmen, womöglich in Derek Jarmans zitternd-blaue Filmleinwandbilder „Blue“. Der Rezensent zieht sich weltentrückt zurück, er träumt von Lucy in the sky with Trembling Blue Stars.

Anspieltipps:

  • Idyllwild
  • Sacred Music
  • November Starlings
  • From A Pale Blue Rosary
  • Say Goodbye To The Sea
  • A Statue To Wilde
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