Son Of The Velvet Rat - Playground - Cover
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Son Of The Velvet Rat Playground


  • Label: Monkey Music/Broken Silence
  • Laufzeit: 51 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Ein guter Song ist wie ein Spiegel. Man sieht darin etwas, das man zu kennen glaubt, aber man dringt nicht durch. Es bleibt ein Geheimnis und dieses Geheimnis verstört und beglückt gleichermaßen. „Playground“ versucht dieses Versprechen einzulösen“ verlautbart der Grazer Sänger und Songschreiber Georg Altziebler über seinen zweiten regulären Longplayer nach „By my side“ (2003). Ein Spielplatz voll mit überbordender Fröhlichkeit und jugendlichem Ungestüm ist das zweite Werk des Österreichers jedoch keineswegs geworden, sondern vielmehr eine besinnliche, nachdenkliche, balladendurchströmte Platte, die sich anhört als würde sie jeden Moment mit einem großen Satz aus dem Fenster springen.

Nicht umsonst wurde der gebürtige Steirer bereits mit internationalen Größen wie Leonard Cohen, den Tindersticks, Townes Van Zandt, Will Oldham oder Nick Drake verglichen, die schließlich allesamt keine Musik für den nächstbesten Kirtag fabrizieren, denn durch verletzliche Arrangements und behutsamer Instrumentierung auf sich aufmerksam machen. Genau in diesem Metier ist das locker zusammengesetzte Kollektiv Son Of The Velvet Rat, das Altziebler mit Gastmusikern besetzt hat, bestens aufgehoben. Herbstliche Töne mischen sich mit der berührenden, voll mit Wehmut aufgeladenen Stimme des Grazers und tauchen ein in eine melancholische Welt bestehend aus Schmerz, Frust und Angst mit zaghaften Optimismus angereicht, der allerdings nie die Oberhand zu gewinnen scheint.

Viel lieber suhlen sich die Stücke in Selbstmitleid und beziehen ihre Stärke aus den minimalistisch eingesetzten Instrumenten, die nicht selten als introvertierter Gegenpol zum dominierenden, tiefen Organ Altzieblers aufwarten. Besonders traurig (im mehr oder weniger positiven Sinn) wird es, wenn der Grazer das Mikrophon aus der Hand legt und eine verbitterte Mundharmonika oder ein schüchternes Piano seine Stelle einnimmt und ihr Leid ausschüttet. Dann möchte man sich am liebsten in einen Polster verkriechen und losheulen, würde aber den Rest dieser großartigen Platte verpassen. Zum Glück gibt es für solche Situationen die Repeat-Taste.

Anspieltipps:

  • Blue Hair
  • The Sea So Blue
  • She Floated Away
  • Are The Angels Pretty?
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