Korn - Korn (Untitled) - Cover
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Korn Korn (Untitled)


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Musik von Korn bereitet keine Schmerzen mehr.

Mit fliegenden Fahnen wechselte die Band Korn vor zwei Jahren von SonyBMG zu Virgin Records (EMI), sackte einen Vorschuss in Höhe von satten 23 Millionen Dollar ein und vergeigte gleich mit dem Labeldebüt „See You On The Other Side“ (12/2005) auf der ganzen Linie: Ausgelöst durch eine musikalische Kurskorrektur mit erschreckend schwachen Songs und noch schwächeren Verkaufszahlen, ernteten Korn weder neue Freunde, noch eine zufriedene Plattenfirma. Das nachgeschobene Remix/Live-Doppelalbum inkl. Bonus-DVD „Chopped, Screwed, Live & Unglued” (10/2006) verpuffte ebenfalls ohne nennenswerte Reaktionen und die Ende März 2007 auf den Markt gebrachte „MTV Unplugged“-Scheibe ließ auch nur kurzzeitig aufhorchen.

Beide Veröffentlichungen hinterließen den Eindruck einer schnellen Vertragserfüllung, die verbunden mit dem Ausstieg von Gitarrist Brian Welch und dem temporären (?) Weggang von Drummer David Silveria keine besonders guten Vorzeichen für das achte Studioalbum darstellen. Eben jenes Werk – die zweite selbstbetitelte Platte nach dem 1994er-Debüt – könnte deshalb der finale Abgesang auf die ehemals führende Nu-Metal-Kapelle um Mastermind Jonathan Davis und den verbliebenen Rest, bestehend aus Reginald „Fieldy“ Arvizu (Bass) und James „Munky” Shaffer (Gitarre) sein.

Mr. Davis und „Fieldy“ nahmen sich neben „Munky“ ebenfalls der Gitarrenarbeit an, während Brooks Wackerman (Bad Religion) und der legendäre Terry Bozzio (Frank Zappa) an den Drums aushalfen. Produziert wurde „Korn / Untitled“ wie schon der verunglückte Vorgänger von Atticus Ross (P!nk, Nine Inch Nails, The Notorious B.I.G.), wodurch sich der Trend zu einem insgesamt softeren Sound fortsetzt. Allerdings mit dem Unterschied, dass die von „See You On The Other Side“ bekannten Electro- und Industrial-Anleihen stimmiger geraten sind und besser mit den abgrundtief düsteren Texten harmonieren, mit denen sich Herr Davis offenbar selbst therapiert. Es rutschen zwar auch heuer noch ein schwächere Tracks wie „Love and luxury“ und „Ever be“ durch, aber mit den Korn-typischen Melodiebögen („Bitch we got a problem“) wird die fehlende Härte einigermaßen kompensiert. Und dennoch: Der direkt in die Magengrube ballernde Bass und die tiefergestimmten Gitarren waren und sind nun mal das Markenzeichen dieser Band und kommen inzwischen einfach zu kurz.

Die Musik von Korn bereitet keine Schmerzen mehr. Das ist der größte Unterschied zu den Anfängen der Band. Über die elektronischen Elemente in den Kompositionen holt Jonathan Davis Stück für Stück eine Portion mehr Pop in den Korn-Kosmos. Ähnliches hat auch Marilyn Manson – vornehmlich mit Coverversionen – probiert und zu kommerziellen Ehren gebracht. Damit reichen Korn zwar nicht an Werke wie „Issues“ oder „Follow The Leader“ heran, aber es handelt sich hier um eine deutliche Steigerung, die vorangegangene Armutszeugnisse ein bisschen vergessen macht.

Anspieltipps:

  • Evolution
  • I will protect you
  • Innocent bystander
  • Bitch we got a problem
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