Deadsy - Phantasmagore - Cover
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Deadsy Phantasmagore


  • Label: Tiefdruck/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Deadsy ist die Band von Elijah Allmann, dem Sohn von Cher und Gregg Allman (The Allman Brothers). Damit hat der Bursche das Musiker-Gen definitiv in die Wiege gelegt bekommen. Auf „Phantasmagore“ lebt der Sänger und Gitarrist, protegiert von Jonathan Davis (Korn), auf dessen Label Elementree Records (im Universal-Vertrieb) die neue Platte in den USA bereits im August 2006 erschien, seine musikalischen Fantasien zum insgesamt dritten Mal auf einem Album aus.

Allman bewegt sich zusammen mit seinen Bandkollegen, die mit den spaßigen Künstlernamen Dr. Nner, Carlon Megaladon, Creature und Alec Püre antreten, im stilistischen Fahrwasser von Marilyn Manson, HIM und Type 0 Negative, deckt also den Bereich des Alternative-Goth-Rock ab. Nach Sonny & Cher bzw. Südstaaten-Rock á la Daddy klingen Deadsy jedenfalls (oder zum Glück, je nach dem wie man will) nicht.

Sieht man einmal von Albernheiten wie den doofen Künstlernamen und dem von Lou Reeds „Transformer“ (1972) inspirierten, schön hässlichen Albumcover ab, machen Deadsy ihre Sache erstaunlich gut. Sie entwickeln eine prima Düster-Rock-Atmosphäre mit tiefergestimmten Gitarren, erfreulich wenig Keyboard-Kleister und genau der richtigen Mischung aus poppigen Melodien und Elijah Allmans (Künstlername: Philips Exeter Blue) herausragender Grabesstimme, für die andere Gothic-Bands töten würden. So kristallisieren sich echte kleine Hits wie „Carrying over“ oder auch „Better than you know“ heraus. Und mit dem starken Rolling-Stones-Cover „Pait it black“ beweisen Deadsy obendrein, dass sie auch fremde Songs ohne Reibungsverluste in das eigene Oeuvre integrieren können.

Auch wenn es in den USA noch nicht zum ganz großen Durchbruch gereicht hat, muss man Deadsy unbedingt im Auge behalten. Denn gerade in Europa könnte diese Band im Windschatten von HIM prächtig funktionieren. Besser als Deadsy waren die Finnen auf ihrem Debüt nämlich auch nicht. Danach folgten leider zu viele weichgespülte Popsongs. Und nun wollen (oder müssen) sie sich mühsam die Gunst der Fans des ursprünglichen Sounds zurückerkämpfen. So weit kommt es mit den fünf Düstermännern aus Los Angeles hoffentlich nie.

Anspieltipps:

  • Time
  • Paint it black
  • Carrying over
  • The last story ever
  • Book of black dreams
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