Evergreen Terrace - Wolfbiker - Cover
Große Ansicht

Evergreen Terrace Wolfbiker


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 35 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Humor der etwas anderen Art beweisen Evergreen Terrace auch auf ihrem neuesten Output „Wolfbiker“. Angefangen vom Bandnamen, der an den fiktiven Wohnort der gelbsten Familie der TV-Geschichte (Die Simpsons) angelehnt ist, über Songtitel wie „No Donnie, these men are nihilists“ (einem Zitat aus dem genialen Streifen der Coen-Brüder „The big Lebowski“) aus „Burned alive by time“ (11/2002) und „Chaney can´t quite riff like Helmet´s Page Hamilton“, wodurch sie Mut zur Selbstironie beweisen, vom aktuellen Oeuvre, bis hin zu der undurchsichtigen Diskographie, die erst eine längere Auseinandersetzung benötigt um den jüngsten Spross von Andrew Carey (Gesang), Craig Chaney (Gesang, Gitarre), Joshua James (Gitarre), Jason Southwell (Bass) und Kyle Mims (Schlagzeug) ohne jegliche Zweifel als viertes Studioalbum anzukündigen.

Doch das ist noch lange nicht alles. Allein die musikalische Gratwanderung aus Heavy Metal, einem herzhaften Schuss Thrash und einigen wenigen Blutspritzern Todesblei, die gegen Ende mit „To the first baptist church of Jacksonville“, „Rolling thunder mental illness“ und „The damned“ erst so richtig die bislang nur zaghaft eingesetzte Hardcore Punk-Attitüde nach außen kehrt, „Wolfbiker“ entpuppt sich als facettenreiche, abgedrehte Scheibe um so richtig die Sau raus zu lassen und den Lautstärkepegel gehörig nach rechts zu drehen. Auf einen stimmigen Spannungsbogen verzichten die fünf Jungs ebenfalls nicht und liefern z.B. nach einer eher zurückhaltenden Nummer wie „Where there is fire we will carry gasoline“ den gnadenlos bollernden Brecher „Rip this!“, der im Gehörgang so lange wütet, bis das Blut kocht.

Was die neue Evergreen Terrace jedoch etwas lahmarschig macht, sind die popigen Anbiederungen in so manchem Refrain und die gewöhnungsbedürftige Stilmixtur, die eine Truppe wie 3 Inches Of Blood unter anderem auf ihrem neuesten Output „Fire up the blades“ (06/2007) wesentlich knackiger auf einen Punkt bringt, was dazu führt, dass der eine oder andere Titel der Skip-Taste zum Opfer fällt. Dafür braucht sich die Produktion keinesfalls zu verstecken und erinnert in den stärkeren Momenten („Wolfbiker“, „Rip this!“) an die Abmischung der letzten Chimaira-Brut („Resurrection“ - 03/2007). Fazit: Ganz okay, aber auf lange Sicht eben nichts Bahnbrechendes.

Anspieltipps:

  • Rip This!
  • Wolfbiker
Neue Kritiken im Genre „Thrash Metal“
7/10

Seasons Of The Black
  • 2017    
6/10

The Devil Strikes Again
  • 2016    
Diskutiere über „Evergreen Terrace“
comments powered by Disqus