3 - The End Is Begun - Cover
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3 The End Is Begun


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Autor dieser Kritik kann nicht bestreiten auf den Nachfolger zum grenzgenialen „Wake pig“ (01/2006), das aus der Feder der aus dem legendären Woodstock kommenden Formation 3 stammt, sehnsüchtigst gewartet zu haben. 13 durchdachte und wundervolle Stücke versammelten sich auf der dritten Veröffentlichung von Joey Eppard (Gesang, Gitarre), Billy Riker (Gitarre), Joe Stote (Perkussion, Keyboard), Daniel Grimsland (Bass) und Chris Gartmann (Schlagzeug) und ließen den Hörer an einer popmusikalischen Offenbarung teilhaben, die durch Songs wie „Monster“, „Dregs“, „Wake pig“, „Trust“ oder „One way town“ über mehrere Monate lang hinweg anhielt. Der Opener „The world is born of flame“ schert sich jedoch gleich zu Beginn einen feuchten Kehricht darum, das Feuerwerk des Vorgängers weiterzuführen, sondern präsentiert sich als langsam ausbreitende Instrumentenorgie mit Led Zeppelin-Gitarrenfeedback, das den roten Teppich für eines der wohl besten Stücke der Formation ausbreitet: „The end is begun“

Der Titeltrack wird majestätisch mit Paukenschlägen eingeleitet und löst nach mehreren Sekunden eine dermaßen instrumentale Erschütterung aus, dass sofort jegliche Tätigkeit, die gerade ausgeführt wurde, vergessen und ohne es zu merken, bedingungslos den musikalischen Fertigkeiten des Fünfers gelauscht wird, der sich mit diesem Stück ohne jeden Zweifel übertroffen hat. Allein wegen der grandiosen Hookline und dem furiosen Solo, welches das Finale des Songs einläutet, sollte jeder Musikliebhaber diesen Song zumindest einmal in seinem Leben gehört haben. Leider kann das darauffolgende Material diese Messlatte nicht mehr erreichen, trotz einer ganzen Wagenladung an Ideen. „Battle cry“ brennt sich z.B. im Anschluss durch den ohrwurmfreundlichen Refrain zwar unverzüglich in die Gehörgänge, die Melodie wurde jedoch dem Song „Trust“ (zu finden auf „Wake pig“) entnommen und auch „My divided falling“, das nach dem höhepunktlosen „All that remains“ vor allem durch seine hakenschlagende Darbietung auffällt, wodurch der Hörer genauer hinhören muss um die innewohnende Raffinesse des Stückes erschließen zu können, reicht an die Genialität von „The end is begun“ nicht heran.

Hinzu kommt noch ein herber Qualitätseinbruch, der mit „Serpents in disguise“ beginnt und erst mit dem melodieverliebten und mit griffigen Riffs gespickten „Diamond in the crush“ zeigt, dass die fünf Jungs zum Glück noch nicht ihr Pulver verschossen haben, da die vorangegangenen Songs ohne Ecken und Kanten, die man eigentlich vom Klangkosmos der Truppe gewohnt ist, unaufgeregt vor sich hin mäandert sind. Abschließend fügt Eppards elegische Stimme dem ruhigen Beinahe-Akustik-Track „Shadow play“ eine ordentliche Portion Atmosphäre bei, während „These iron bones“ wieder deutlich rockiger ans Werk geht und „The last day“ mit seiner düsteren Stimmung dem Cover-Artwork alle Ehre macht und einige psychedelische Elemente in das Klangbild einfädeln lässt. Das flotte und famose Gitarrenspiel, das in der Akustikversion von „Dregs“ (in seiner Studiofassung auf „Wake pig vertreten) zum Vorschein kommt, bestärkt dann wieder das Gefühl, das 3 ohne Zweifel genial und begnadet sind. Auf „The end is begun“ sind ihnen diese beiden Eigenschaften leider kurzfristig abhanden gekommen und so enttäuscht die aus Woodstock stammende Truppe zwar ein wenig, ein anspruchsvolles, überdurchschnittliches und durchaus empfehlenswertes Werk ist dabei dennoch herausgekommen.

Anspieltipps:

  • These Iron Bones
  • The End Is Begun
  • My Divided Falling
  • Diamond In The Crush
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