Nile - Ithyphallic - Cover
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Nile Ithyphallic


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 50 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Beste am neuen Werk der ägyptischen Todesblei-Priester ist schlicht und ergreifend das rhythmische Taktgefühl.

Nachdem Nile bislang als technisch beeindruckende Band im Death-Metal-Sektor unterwegs waren, ist „Ithyphallic“, das bislang fünfte Langeisen des Dreiers aus South Carolina, mit Vorsicht zu genießen, da schließlich meist neues Material einer derart begnadeten Band nur allzu gerne die Innovationen außen vor lässt um lediglich mit den Fingerfertigkeiten der einzelnen Bandmitglieder zu protzen. Doch glücklicherweise machen Karl Sanders (Gesang, Gitarre), Dallas Toler-Wade (Gesang, Gitarre) und George Kollias (Schlagzeug) alles richtig und erwischen den geneigten Hörer ab „As he creates so he destroys“ (das acht Minuten lange „What can safely be written“ könnte man dahingehend als Ouvertüre oder stimmige Einleitung sehen) mit einer brutalen Metal-Breitseite aus schneidenden Riffs, Highspeed-Drumming, knackigen Growls und das alles eingebettet in eine Produktion, die einem die Matte vom Schädel bläst.

Das Beste am neuen Werk der ägyptischen Todesblei-Priester ist allerdings schlicht und ergreifend das rhythmische Taktgefühl, das an den entscheidenden Stellen für die richtigen Wendungen im Soundgefüge sorgt, was nebenbei noch durch einen grandiosen Spannungsbogen zwischen den Stücken untereinander zu Buche schlägt. Beispiel gefällig? Nachdem der Titeltrack über so ziemlich jede Geschwindigkeitshürde einmal drüber gesprungen ist und im unteren Drehzahlbereich ausklingt, schneiden Nile mit dem rattenschwanzartigen Titel „Papyrus containing the spell to preserve its possessor against attacks from he who is in the water“ kurzerhand die Bremsschläuche durch und brettern ungehindert nach vorne, bis das doomige „Eat of the dead“ gekonnt das Tempo heraus nimmt und eine sinistre Stimmung aufwirft, was wiederum mit „Laying fire upon apep“ und „The Essential salts“ durch eine gnadenlose Bolzerei seinen Gegenpol findet.

Dafür präsentieren Sanders & Co. im Instrumental „The infinity of stone“ mit ägyptischer Symbolik ein weiteres Mal, das es im Death Metal sehr wohl atmosphärisch zugehen kann ohne technisch beeindruckende Gitarren-Salven zu zelebrieren, die sich dafür im Anschluss mit „The language of the shadows“ in brutaler Manier in den Vordergrund drängen. Den Abschluss bildet „Even the gods must die“, das durch die etwas dick aufgetragene Einleitung den epischen Charakter der 10-Minuten-Komposition unterstreichen soll, die allerdings unterm Strich etwas zu lange geraten ist. Das macht jedoch gar nichts, bieten Nile schließlich ohne diesen Track 40 Minuten technisch hochwertiges Material für jeden Todesblei-Fetischisten, das sich keiner, der dieser Sparte etwas abgewinnen kann, entgehen lassen sollte!

Anspieltipps:

  • Eat Of The Dead
  • Laying Fire Upon Apep
  • As He Creates So He Destroys
  • The Language Of The Shadows
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