Kelly Willis - Translated From Love - Cover
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Kelly Willis Translated From Love


  • Label: Rykodisc/Rough Trade
  • Laufzeit: 41 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Lässt man die Christmas-CD „Happy Holiday“ (2006) außen vor, dann sind seit ihrem letzten Album „Easy“ ganze fünf Jahre vergangen. Eine lange Zeit für den geneigten Hörer, für Kelly Willis wohl eher eine kurzweilige Angelegenheit, denn in diesem Zeitraum hat sie mal eben drei Kinder – davon ein Zwillingspaar – zur Welt gebracht und ist nun Mutter von insgesamt vier Kindern.

Ihr erstes musikalisches Baby erblickte 1990 das Licht der Welt, erschien auf MCA und trug den Namen „Well Travelled Love“. Mit „Bang Bang“ (1991) und dem von Don Was produzierten „Kelly Willis“ (1993) folgten zwei weitere Alben für das Majorlabel. Der erwartete große Erfolg blieb aus und MCA trennte sich von der Künstlerin. Nach Jahren der Unproduktivität plante sie ein Album für A&M und 1996 heiratete sie den Musiker Bruce Robison aus Austin, Texas. Schließlich fand sie in Rykodisc eine neue Label-Heimat, wo 1999 das wunderbare „What I Deserve“ erschien. Selbst das Time Magazine war voll des Lobes und in Americana-Kreisen avancierte sie damit zum Star und genießt nun höchste Wertschätzung.

Endlich liegt nun das lang erwartete neue Album mit dem Titel „Translated From Love“ vor. War sie auf „Easy“ noch als Co-Produzentin tätig, verzichtete sie aus Zeitmangel der Kinder wegen auf diese zusätzliche Belastung und holte sich mit Chuck Prophet ein professionelles Pferd in den Produzenten-Stall. Zumal dieser kein Unbekannter auf „Easy“ und „What I Deserve“ schon in die Gitarren-Saiten griff. Prophet war es auch, der Willis ermutigte Songs zu schreiben und wie vorzüglich dies funktionierte verdeutlichen die Songs des neuen Albums.

Dies unterstreicht schon der Opener „Nobody Wants To Go To The Moon Anymore“, ein Damon Bramblett Cover, das sich Willis mit ihrem herzerweichenden Sanges-Charme zueigen macht. Das superb arrangierte „Sweet Little One“ ruft einem Bobbie Gentry (hiermit jedem Americana- und Soul-Liebhaber nachdrücklich anempfohlen) in Erinnerung. Mit flüssig-runden Orgel- und Gitarrenwellen schmeichelt „Don’t Know Why“ den Ohren. Danach covert sie Adam Greens „Teddy Boys“ in beschwingt gewinnender Manier, macht sich dann ans Verlieren, in dem sie auf „Losing You“ (mit Greg Leisz an der Pedal Steel) das mit Ehemann Bruce Robisons Gast-Vocals veredelte „Too Much To Lose“ folgen lässt.

Kelly Willis versteht es immer wieder aufs Neue aus den Koordinaten Country, Pop und Rock eine zeitlose Musikform zu schaffen, die sich auch nicht vor Iggy Pops „Success“ fürchtet. Ganz am Ende dann der Titel-Song, der einmal mehr Willis’ emotionales Stimmvermögen in den Mittelpunkt rückt. „Sie ist eine von den wenigen Sängerinnen, denen es gelingt, einen Song lebendig werden zu lassen. Sie hat dieses besondere Charisma.“ Diesen Sätzen von Chuck Prophet ist nicht mehr viel hinzuzufügen. Ein stimmiges Singer/Songwriter Album, das die Erwartungen mehr als erfüllt.

Anspieltipps:

  • Sweet Little One
  • Don’t Know Why
  • Losing You
  • The More That I’m Around You
  • Translated From Love
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