Foo Fighters - The Colour And The Shape: 10th Anniversary Edition - Cover
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Foo Fighters The Colour And The Shape: 10th Anniversary Edition


  • Label: RCA/SonyBMG
  • Laufzeit: 71 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

In der Originalspielzeit von rund 45 Minuten gehört das Album zu den energetischsten Einspielungen der späten 90er Jahre.

Zwischen dem mehr oder weniger überflüssigen Live-Akustikalbum „Skin And Bones” (11/2006) und dem im Spätsommer/Herbst kommenden, inzwischen sechsten Studioalbum „Echoes, Silence, Patience & Grace“, findet sich tatsächlich noch die Zeit, das zehnjährige Jubiläum des Durchbruchswerks einer Gruppe zu würdigen, die nach rund 12 Jahren im Business zu den größten Rockbands auf unserem Planeten zählt.

Die Rede ist natürlich von den Foo Fighters, die nach dem Ende von Nirvana – ausgelöst durch den Freitod von Frontmann Kurt Cobain – im Jahr 1995 als neues Projekt von Schlagzeuger Dave Grohl an den Start gingen. Als direkte Nachfolger der Grunge-Sensation aus Seattle hatten es Grohl und seine Mannen allerdings anfänglich schwer, mit ihrem Alternative Rock bei den Fans anzukommen. Doch schon mit ihrem zweiten Album „The Colour And The Shape“ (1997), eingespielt in der Besetzung Dave Grohl (Gesang, Gitarre, Drums), Pat Smear (Gitarre), Nate Mendel (Bass) und William Goldsmith (Drums), etablierten sich die Foo Fighters als eigenständige Band in der Szene, was nicht zuletzt daran lag, dass ihr Zweitwerk mit Hits nur so vollgestopft war.

Das von Gil Norton (Pixies, Counting Crows, Patti Smith, Feeder, Jimmy Eat World) produzierte Werk enthält mit „Monkey wrench“, „My hero“, „Everlong“ und „Walking after you“ mindestens vier Songs, die seitdem als fester Bestandteil zu jeder Live-Show der Foo Fighters dazugehören. Das nennt man wohl zeitlos, denn es kommt auch nicht selten vor, dass Künstler ganze Alben live komplett unter den Tisch fallen lassen. Dann darf sich auch der bis dahin an der Qualität zweifelnde Fan sicher sein, dass aus der gängigen Interviewfloskel vom „definitiv besten Album der Karriere“ nichts geworden ist. Im Fall von „The Colour And The Shape“ muss man sich dagegen fragen, ob die Foo Fighters jemals wieder ein so starkes Werk vorlegen werden können. Wir werden es sehen. Zumindest steht Gil Norton auch als Produzent von „Echoes, Silence, Patience & Grace“ fest. Mal schauen, vielleicht kitzelt er der Band zehn Jahre nach „The Colour And The Shape“ ein erneutes Hitfeuerwerk heraus.

In der Originalspielzeit von rund 45 Minuten (die Jubiläumsversion packt noch mal 26 Minuten bzw. sechs Bonus Tracks oben drauf) gehört das Album zu den energetischsten Einspielungen der späten 90er Jahre. Nach kurzem Einstiegsgeplänkel („Doll“) zünden die Foo Fighters eine riffbeladene, hoch-melodische Rakete nach der anderen, die in der Überzahl als Klassiker des Genres gewertet werden dürfen. Zum Beispiel die direkt auf die Zwölf knallenden „Monkey wrench“ und „Enough space“ mit ihren granz-genialen Brüllpassagen, die hymnischen Stadionrocksongs „My hero“ und „Everlong“, der sich durch mehrstimmigen Gesang auszeichnende Midtemporocker „Hey, Johhny Park!“, das raue, mit locker-flockigen Akustikelementen garnierte „My poor brain“ oder die wunderbare Halbballade „February stars“. Da traut man sich kaum zu sagen, dass auch diese Platte nicht absolut perfekt ist, denn mit „See you“ und „Wind up“ haben sich auch ein paar verzichtenswerte Stücke eingeschlichen.

Ergänzt um ein generalüberholtes Booklet mit neuen Bildern und frischen Liner Notes, kehrt „The Colour And The Shape“ mit 19 Tracks an Bord als edles Digipack zurück in die Regale. Die ursprüngliche Track List wurde um bis dato nur in England, Japan und Frankreich erhältliche Songs erweitert, die dort als Album-Bonus bzw. Single-B-Seiten verwendet wurden. Dabei handelt es sich zur Hälfte um Coverversionen („Requiem“ von Killing Joke, „Down in the park“ von Gary Numan und „Baker street“ von Gerry Rafferty) sowie um den Japan-Track „Drive me wild“ und die UK-Songs „Dear lover“ und „The colour and the shape“ – der Titeltrack, der nicht (!) auf dem Ur-Album enthalten ist. Für Sammler ist dies eine feine Sache. Musikalisch ist dieser Bonus bis auf die atmosphärisch-düstere „Baker street“-Version jedoch nicht bedeutend. Es halt schon immer einen Grund dafür gegeben, warum B-Seiten nun mal „nur“ B-Seiten sind.

Anspieltipps:

  • My hero
  • Everlong
  • February stars
  • Monkey wrench
  • Walking after you
  • Down in the park
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