Namasté - Outside Is Endless - Cover
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Namasté Outside Is Endless


  • Label: Crater 8 Records
  • Laufzeit: 60 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Liste der musikalischen Einflüsse von Sam Marlow (Gesang), Mike Alvarez (Gitarre), Dan Gray (Bass) und Chris Francombe (Schlagzeug) ist lang. Irgendwo zwischen Legenden (Led Zeppelin, The Doors, Pink Floyd, Jimi Hendrix, King Crimson) und zeitgenössischen Größen (Radiohead, Muse, Dredg, Placebo, Queens Of The Stoneage, The Mars Volta) der Rockmusik stammen die kleinen Wollfäden her, aus denen letztendlich der lautstarke Klangteppich „Outside is endless“ gewoben wurde. Dass der Bandname Namasté (wortwörtlich aus dem indischen übersetzt bedeutet es soviel wie „Ich verbeuge mich vor dir“) in diesem Zusammenhang betrachtet nicht von ungefähr kommt, kann man sich also denken.

Angefangen vom rastlosen Intro in „Last rites“ über die etwas ungestümen Stücke „Brainy box“, „Dark lights“ und „For the call“, die allesamt die forsche Sturm und Drang-Attitüde eines Erstlingswerks mit krachenden Gitarren und zentnerschweren Riffs in sich tragen, bis hin zur eigenen Läuterung, den das wesentlich ausdrucksstärkere und aufgeräumte „Catharsis“ mit sich bringt und so den durchdachteren Teil der Platte einläutet, der Vierer liefert bodenständigen, handgemachten Rock ab, der selbst nach mehreren Durchgängen nicht abgestanden und alt wirkt. Vor allem die in Schwermut getränkten Songs „With all the other rats“, „Expired“ und „Brave little phantom“, welche besonders aus der emotional aufgeladenen Stimme Marlows ihren Reiz beziehen, oder die in ekstatische Instrumentenkollisionen ausufernden „Moist“ und „Illusion“ (mit über 9 Minuten übrigens der mit Abstand längste Track), sind Paradigmen für die lockere Spielweise und den unbändigen Drang der vier Jungs in die obere Liga der Rockbands aufzusteigen und statt kleine muffige Clubs riesige Stadien zu beschallen.

Ein in dieser Hinsicht nicht zu vernachlässigender Bremsklotz könnte die große Bandbreite an bekannten Stimmungen, Gesten und Sounds sein, die einem beim Hören des Debüts in den Sinn kommt. Allein der Albumender „Lacrimosa“ bricht dermaßen ungeniert in Muse´sche Gefilde ein und hantiert ungezwungen mit der inneren Zerrissenheit eines Matthew Bellamy, dass die eigene Entwicklung etwas auf der Strecke bleibt. Vergessen die Wahlwiener von Namasté, die ihre Heimat in South London wissen, jedoch nicht darauf einen selbstständigen Input zu leisten, wie sie es in vielen Stücken auf „Outside is endless“ schon vorgemacht haben, dann steht den Stadien dieser Welt mit großer Wahrscheinlichkeit nichts mehr im Weg.

Anspieltipps:

  • Moist
  • Illusion
  • Expired
  • Last Rites
  • Brave Little Phantom
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