Sara Bareilles - Little Voice - Cover
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Sara Bareilles Little Voice


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein alles in allem souveränes Pop-Album.

Ein neuer Stern am Pophimmel. Wenn so einer auftaucht, werden nur zu gerne die Unterschiede zu den früheren – häufig schnell verloschenen – Popsternchen aufgezählt. So heißt es bei Bareilles, sie sei so anders, weil sie ihre Songs selber schreibe und Klavier spiele, ohne je eine Klavierausbildung genossen zu haben. Um die Qualität des Erstlingswerks außer Frage zu stellen, wird gestreut, dass über ein Jahr daran rumgewerkelt wurde. Nun gut, aber lauschen wir doch lieber, was die knappen 50 Minuten des Debütalbums wirklich zu bieten haben.

Den „Love Song“, der natürlich eigentlich gar keiner ist, kennt man, ob man nun will oder nicht. Aufgrund der absoluten Radiotauglichkeit läuft er in demselben gefühlte dreißigmal am Tag. Der Gute-Laune-Song hat diese Aufwartung aber auch verdient. Kein Klassiker für die Ewigkeit zwar, aber für das Gefühl eines Sommers durchaus kompatibel. Die durchweg seichten Popsongs haben in ihrer Mehrzahl kein überraschendes Thema: Love (Bei „Bottle It Up“ begegnet uns das L-Wort gleich über 50-Mal).

Richtig Spaß macht Bareilles, wenn der Pop mutig groovt: „Many The Miles“ und „Vegas“ haben Soul und der steht Bareilles erstaunlich gut. „Bootle it up“ macht da am Anfang noch weiter, doch dann wirkt ein Großteil des Songs überarrangiert – vielleicht wurde an diesem Song etwas zu viel gebastelt. Gleiches gilt für die Balladen „One Sweet Love“ und „Between The Lines“ – routinierte Liebeslieder, mehr aber nicht. Gelungener sind „City“ und „Gravity“, bei denen sie sanft orchestrale Unterstützung erhält, da vermag sich schon eher ein Gänsehautgefühl einzustellen.

Den Groove nimmt Bareilles mit „Come Round Soon“ wieder auf. Der Song macht richtig Spaß und fast alles stimmt – bis die 28-jährige Kalifornierin ziemlich deutlich an ihre gesangstechnischen Grenzen stößt. Als sie versucht, es mit der Intensität ihrer R&B-Kolleginnen wie Maria Carey oder auch Beyoncé aufzunehmen, scheitert sie kläglich, und der Hörer ist geneigt, schnell die Lautstärke runterzudrehen, denn da nervt die Stimme einfach nur. Das ist nicht ihr Fach und dieses Experiment sollte sie nicht noch mal wagen.

Aber genug geschimpft, denn es bleibt der einzige Gesangsaussetzer. Das restliche Album verzichtet auf derartige Experimente und ist ein alles in allem souveränes Pop-Album, bei dem das besondere Etwas leider zu häufig in den Ansätzen stecken bleibt. Aber so bleibt immerhin noch viel Potential für Nachfolgealben, die mit Freude zu erwarten sind, denn dann stellt sich vielleicht der besondere Unterschied zu anderen Popsternen heraus.

Anspieltipps:

  • Vegas
  • City
  • Many The Miles
  • Gravity

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