The Crack Whore Society - The Crack Whore Society - Cover
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The Crack Whore Society The Crack Whore Society


  • Label: Angora Steel
  • Laufzeit: 35 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

The Crack Whore Society, das sind vier Berliner, die mit ihrem selbstbetitelten Album ihren Debüt-Longplayer auf den Markt werfen. Produziert und aufgenommen wurde von keinen Geringeren als Marco Hass und Andreas Paruschke (t.raumschmiere). Nach einem Jahr schweißtreibender Arbeit präsentieren Patrick Schauer (Vocals), Mario Bender (Gitarre), Kai Mohr (Gitarre) und Marco Haas himself (Schlagzeug) ihren Sprössling, der live von Andreas Paruschke am Bass noch vervollständigt wird. Für alle Freunde der „Musik in bestimmte Genre Schubfächer ablegen“-Fraktion macht die Band klar: „Wir spielen Rock. Punkt.“

Nach den ersten fünf Sekunden Spielzeit ist das auch nicht zu überhören, „Caught by the light“ macht sich gut als Einstand und lässt aufhorchen. Bei „Lowrider“ fällt beim ersten Hören das gelungene Gitarrensolo auf, beim zweiten Hören der Ohrwurmrefrain. Doch die anfängliche Euphoriewelle nimmt dann leider ab. „Sickness kills the blues“ schwächelt im Vergleich zu den beiden Vorgängern, denn dort, wo die Instrumente akzentuiert von ihren Meistern gespielt werden, beginnt der Gesang, oder besser das Gebell, von Frontmann Schauer in Monotonie zu verfallen. Das bestätigt sich auch im Folgelied, die Textzeile „I've got the flow“ gilt hier wohl nur für alle Nichtsänger.

Den Tiefpunkt erreichen die Berliner bei „High on the heels of love“, das monoton und unspektakulär wirkt. Treibend groovig geht es weiter, „No pleasure“ ist regelrecht nett für Society-Verhältnisse, vielleicht darf man es sogar weich nennen, leider sorgt das Schreien eher für Kopfschmerzen, als für Moshfieber, speziell gegen Ende. Doch auch Herr Schauer weiß zu überraschen; in „Crackbaby“ lässt sich ein Gesang erahnen, der seinen Höhepunkt im Mitgrölrefrain findet. Na also, geht doch. Doch die Welle kommt und die Welle geht. Heißt: „Neptun“ rödelt in – mittlerweile gewohnter – Crack-Whore-Manier ohne Umwege los und wirkt ideenlos und monoton.

„My friend“ hätte fast das gleiche Schicksal ereilt wie sein Vorgänger, doch ein respektables Bassspiel und einige gekonnte Drumeinlagen hauen das Stück raus. Es geht also wieder aufwärts. Und tatsächlich, „Same old song“ überzeugt durch einen stampfenden Refrain, es lässt sich eine gescheite Melodie erkennen, auf die man sogar tanzen kann. Klar eins der besten Stücke bisher. Ein weiteres Mal kann das Wort Gesang in den Mund genommen werden, nämlich bei „Ain't no track“, wo sich sogar eine Jack-White-Gesang-Ähnlichkeit feststellen lässt. Das Lied im Ganzen: kurz, knackig, gut. Was folgt ist ein Rückschritt, leider, der gute Eindruck von eben wird überschattet von dem Gebrüll während „Heroin youth“. Das gleiche Schicksal ereilt auch den letzten Song „Sweet gasoline“, was wirklich schade ist, denn der trocken, staubige Nickbeat hat echtes Potenzial.

Am Ende ist der Hörer von dem vielen Auf und Ab regelrecht geschafft. Aber leichte Kost darf man auch nicht erwarten, wenn man Arbeit von und mit t.raumschmiere in die Hand nimmt. Eine Fahrt auf dem Society-Kutter lohnt sich wohl, doch man sollte starke Nerven mit an Bord nehmen.

Anspieltipps:

  • Lowrider
  • Crackbaby
  • Same Old Song
  • Ain't No Track
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