Willy Astor - The Sound Of Islands Vol. IV - Cover
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Willy Astor The Sound Of Islands Vol. IV


  • Label: Ariola/SonyBMG
  • Laufzeit: 54 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine wundersame Weltreise durch Jazz, Blues, Walzer, Bossa Nova, Ragtime und Flamenco.

Der Münchner Willy Astor zählt seit über 20 Jahren zu den genialsten Wortakrobaten der deutschen Comedyszene („Gehe hin und Meerrettich“), wobei die Bezeichnung Comedy für das, was der 45-Jährige auf zahlreichen Platten, auf der Bühne und in Radio- und TV-Sendungen veranstaltet, in Anbetracht der vielen untalentierten Spaßmacherflachzangen da draußen eher eine Beleidigung als eine Berufsbezeichnung darstellt. Astor ist vielmehr ein Komiker der alten Schule, dazu Komponist und Liedermacher, der die Kunst des Wortjonglierens mindestens so virtuos beherrscht wie der grandiose Heinz Erhardt.

Zu Astors unpolitischem Kabarett gehört auch das Spielen auf der akustischen Gitarre, das fester Bestandteil seiner Alben und der Live-Programme ist und mit wunderbaren „Ever Grins“ wie „Donnersberger Brück’n“, „Haus in the Freising Sun“ und „Ich bin so wild nach deinem Erbeerhund“ das Wortspiel-Sammelsurium auflockert. Und wer es nicht weiß: Das Vereinslied des FC Bayern München, „Stern des Südens“, ist ebenfalls aus seiner Feder. Als Musiker ist Willy Astor also genauso versiert wie als Komiker. Und weil mindestens zwei Herzen in der Brust des gelernten Maschinenbautechnikers schlagen, frönt dieser seit Mitte der 90er Jahre seiner Leidenschaft nach akustischer Gitarrenmusik auf der locker angelegten Album-Reihe „The Sound Of Islands“, die mit introvertiert-romantischer Musik zum Träumen und Flüchten vor der Welt einlädt.

Zusammen mit Titus Vollmer (Gitarre, Bass, Dobro), Kiko Pedrozo (Harfe), Martin Kälberer (Piano, Percussion) und den Gästen Marció Tubino (Saxophon) und Robert Wolg (Gitarre) hat Willy Astor den vierten Teil von „The Sound Of Islands“ kreiert – eine wie schon bei den Vorgängern herrlich entspannte Songsammlung, die anders als die ersten Alben auf ein eindeutiges Bandkonzept setzt. Das ermöglicht Astor, seine verträumten Inselklänge musikalisch in weiterreichende Facetten zu verpacken, die „Volume 4“ noch vielseitiger und abwechslungsreicher machen. Da wird der Buena Vista Social Club ebenso gestreift („Bossa me mucho“) wie jazzige Keith-Jarrett-Gefilde („Home swing home“), so dass am Ende eine wundersame Weltreise durch Jazz, Blues, Walzer, Bossa Nova, Ragtime und Flamenco zu Buche steht, in der kein angeberisches Gefrickel bzw. technischer Schnickschnack im Vordergrund stehen. Nein, Astor und seine Insel-Band verzichten auf all das und legen doch ein ambitioniertes Album auf höchstem Niveau vor, dem man einfach gerne zuhört.

Anspieltipps:

  • Nelivaru
  • Kilimandscharo
  • Walzer in die Nacht
  • Forever yin forever young (Willys Solo)
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