Stereophonics - Pull The Pin - Cover
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Stereophonics Pull The Pin


  • Label: V2 Records
  • Laufzeit: 46 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Bei allem Respekt vor der Geradlinigkeit der Stereophonics bleibt nur die Erkenntnis, dass trotz aller kommerziellen Erfolge die Qualität nicht mehr stimmt.

Der Songschreiber und Sänger Kelly Jones von der Rockband Stereophonics scheint neuerdings ein unheimliches Talent zu besitzen: Aus einer einfachen Melodie schafft er es in schöner Regelmäßigkeit monotone Songs zu zimmern, die zwar meistens rocken, aber nach spätestens zwei Minuten an den Nerven sägen. So geschehen beim Vorgänger und auch jetzt beim sechsten Album „Pull The Pin“ der Waliser. Das klingt jetzt hart, trifft aber die Achillesferse der Band. Ihre Balladen sind seit der ohrwurmartigen 2003er Single „Maybe tomorrow“ dagegen meist positiv zu bewerten, da Jones Reibeisenstimme für die nötige Stimmung sorgt. So verwundert es nicht, dass eins der wenigen Highlights des neuen Studioalbums „It means nothing“ darstellt und dieses die erste Singleauskoppelung werden wird. Dieser Track punktet eben mit der erwähnten Stimme, doch auch dort findet man eine gewisse musikalische Eintönigkeit zum Schluss des Songs hin.

Als einen Ausnahmefall in den Kompositionen möchte man „Stone“ betrachten, denn nach ruhigem Beginn steigert sich der rockige Anteil ziemlich und zum ersten Mal hat man das Gefühl, die Songstruktur verdient den Namen „gut durchdacht und komponiert“. „Bright Red Star“ offenbart die Stärke der britischen Rocker nochmals sehr deutlich: nur mit einer Akustikgitarre begleitet serviert Mr.Jones eine Galavorstellung in punkto Gänsehautballade, da bleibt kein Auge trocken. Nach diesen positiven Ausführungen muss leider über die restlichen Tracks ein absolutes Durchschnittsprädikat verhängt werden. Zwar überraschen die Stereophonics mit erstaunlich harten Brocken wie „Soldiers make good targets“, das so düster und psychedelisch klingt wie eben richtiger 70er Jahre Retro-Rock sein muss, aber durchgehende Qualität kann man diesem Song trotzdem nicht attestieren.

Leider gefallen nur einzelne Passagen von den Tracks dieses Albums. Bei allem Respekt vor der Geradlinigkeit der Stereophonics bleibt nur die Erkenntnis, dass trotz aller kommerziellen Erfolge die Qualität nicht mehr stimmt und die Band wirklich an ihren songwriterischen Qualitäten intensiv arbeiten sollte, um solche mittelmäßige Longplayer zu vermeiden und endlich frischen Wind in ihre festgefahrene musikalische Welt zu bringen.

Anspieltipps:

  • Stone
  • It Means Nothing
  • Bright Red Star
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