Casino Steel - There´s A Tear In My Beer - Cover
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Casino Steel There´s A Tear In My Beer


  • Label: Sound Pollution/Rough Trade
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Casino Steel ist einer der Gründungsmitglieder von The Hollywood Brats, deren Album „Grown Up Wrong“ als wichtiges Stück Rockmusik der Siebziger Jahre gehandelt wird. Nun erscheint ein weiteres Solo-Album, das sich nach dem Hank Williams-Song „There´s A Tear In My Beer“ benannt hat und neben einigen Cover-Versionen von Mr. Williams sowie anderen auch eigene Songs beinhaltet. Auch wenn man es auf diesem Country-Werk kaum merkt, Casino Steel spielte bei den Ramones und The Boys (die als Beatles des Punk bezeichnet wurden). Ein wenig Rock-Spirit ist noch da, doch grundsätzlich haben wir es hier mit einem eher harmlosen Longplayer zu tun, dessen Hauptaugenmerk auf lockere Berieselung für die hierzulande seltenen Momente zwischen Wüsten-Ritt und Zigarren-Romantik auf der Ranch gerichtet ist. Nun aber zu den musikalisch gut umgesetzten Fakten von „There´s A Tear In My Beer“:

Gemächlich swingend wandert der Opener ins Ohr, um mit Slide-Gitarren und flockigen Drums zum kleinen Hit zu werden. Casino Steel gibt mit seiner rauchigen Stimme so einiges, ohne wirklich berauschende Akzente zu setzen. Damit wären wir auch schon beim elementaren Punkt der Scheibe: Wirklich herausragend ist es nie, dafür aber handwerklich solide und für Freunde des Genres einen Versuch wert. Der ewige Herzschmerz-Evergreen „I´m So Lonesome I Could Cry“ (Hank Williams) gewinnt durch einen tollen weiblichen Gesangspart und fällt trotzdem nicht aus dem Wust an mittelmäßigen Coverversionen heraus. Es sollte jedoch vermerkt werden, dass die Vokalistin auch im weiteren Verlauf dem eigentlichen Hauptakteur den Rang abläuft und den Langspieler vor dem hoffnungslosen Grau rettet.

Zwischen Blues, Country und erdigem Wüsten-Rock schwankt Casino Steel, ohne jemals bedenklich den Boden unter den Füßen zu verlieren. Er weiß, was er kann und spielt es solide runter, ohne in Größenwahn zu verfallen, aber auch ohne etwas zu wagen und allzu ausgetretene Pfade zu meiden. Das werden Eingeweihte sicher kaum erwarten und die dürften mit einem wenig Zauber versprühenden Album wie „There´s A Tear In My Beer“ ihren Spaß haben, während alle anderen nichts falsch machen, wenn sie Casino Steel auch zukünftig wenig Beachtung schenken.

Anspieltipps:

  • There´s All I Need To Hear
  • Real Rain
  • Heroine
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