Killerpilze - Mit Pauken Und Raketen - Cover
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Killerpilze Mit Pauken Und Raketen


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

In diesem Alter darf man so was einfach!

Karrieretechnisch haben die Killerpilze aus Dillingen an der Donau als ehemalige Schülerband die Grundschule in Rekordgeschwindigkeit verlassen. Mit dem Nummer-2-Album „Invasion der Killerpilze“ (05/2006), das sich mehr als 100.00 Mal verkaufte, und drei Top-40-Singles im Gepäck, hat sich die vierköpfige Teenie-Band schnell eine treue Fanschar erspielt und einen angenehmen Gegenpart zu den Magdeburgern Jungs von Tokio Hotel gesetzt. Es ist allerdings nicht von der Hand zu weisen, dass die Altersgenossen kommerziell und besonders im Bezug auf die Fanhysterie Welten trennen und die Killerpilze vergleichsweise kleine Brötchen backen.

Bassist „Schlagi“ hat die Band im vergangenen Jahr verlassen, weil ihm der Rummel zuviel wurde und er anscheinend Probleme mit der musikalischen Ausrichtung hatte. Ein Ersatz wurde nicht geholt. Die Killerpilze machen jetzt als Trio weiter und legen mit „Pauken und Raketen“ Album Nummer drei (wer es nicht weiß: Es existiert noch das in Eigenregie veröffentliche 2004er Indie-Werk „Von vorne durch die Punkallee“) vor, das sich dem Debüt nahtlos anschließt. Natürlich hatten die Jungs weniger Zeit um neue Lieder zu schreiben und ein gewisser Erfolgsdruck ist nach dem gelungenen Einstand auch nicht wegzudiskutieren. Aber diese Begleitumstände merkt man den 14 Songs auf „Mit Pauken und Raketen“ nicht an. Jo, Mäx und Fabi halten an ihren Idealen fest und bleiben Bodenständig: „Wir haben ein sehr gesundes Umfeld, das uns stützt und das es uns ermöglicht, ganz wir selbst zu sein. Denn das ist ein zentraler Bestandteil der Killerpilze: sich nicht verbiegen lassen. Das beginnt bei irgendwelchen Homestories, die wir niemals machen würden, und endet bei der klaren Entscheidung dafür, dass wir uns niemals Songs schreiben lassen würden.“

Im Schatten von Tokio Hotel, die mit konstruiertem Image und zielgruppengerecht zusammengebastelten Songs die Titelseiten blockieren, verlassen sich die Killerpilze lediglich auf die Unterstützung ihres Produzenten Corni Bartels. Der Rest ist „do it yourself“. Das trägt mitunter den Charme schräger Texte, bei denen man besser nicht so genau hinhört („Liebmichhassmich“, „Stress im Nightliner“) und eines leicht wackeligen Gesangs („Meine Welt dreht sich“), aber damit haben es auch schon andere deutsche Gruppen an die Spitze gebracht. Nicht umsonst kam die Rezension des Debütalbums zu dem Schluss, dass die Killerpilze „unschuldige Gute-Laune-Punkrock-Songs mit netten Melodien und Themen auffahren und musikalisch eine Mischung aus Sportfreunde Stiller und Die Ärzte darstellen“. Daran hat sich nichts geändert. Auch das zweite Major-Album hat eine Hand voll melodische Pop-Punk-Lieder aufzubieten, mit denen sich eine gute Zeit verbringen lässt. Dazu muss man nicht mal Teenager sein. Tja, und wenn kurz vor Schluss Metallicas „Enter sandman“-Riff zitiert wird („Andere Zeit“), kann man nur schmunzeln. In diesem Alter darf man so was einfach.

Anspieltipps:

  • Wir
  • Ich bin raus
  • Letzte Minute
  • Ich brauch nichts
  • Liebmichhassmich
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