Puddle Of Mudd - Famous - Cover
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Puddle Of Mudd Famous


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 38 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Da ist es nun endlich das heiß erwartete, neue Album der Nu Grunge-Truppe Puddle Of Mudd. Obwohl: Heiß erwartet ist angesichts der moderaten Plattenverkäufe des Vorgängers fast übertrieben. Nachdem die derzeit aus Wes Scantlin (Gesang, Gitarre), Doug Ardito (Bass), Christian Stone (Gitarre) und Ryan Yerdon (Schlagzeug) bestehende Truppe durch Limp Bizkit-Fronter Fred Durst einen ordentlichen Karriereschub bekommen hatte und das Major-Debüt „Come clean“ (03/2002) bis heute weltweit 5 Millionen Einheiten absetzte (Platin-Auszeichnungen inbegriffen), brach der Erfolg mit dem Zweitwerk „Life on display“ (11/2003) wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Gerade einmal eine dreiviertel Million LPs des Nachfolgers wechselten den Besitzer und verpasste Puddle Of Mudd einen Dämpfer, der sich gewaschen hatte.

Mit „Famous“ versucht die Band aus Kansas City nun nicht nur dem Titel ihres neuesten Werkes nach berühmt zu sein, sondern will es in kommerzieller Hinsicht ebenfalls noch einmal wissen. Ob die ständigen Verschiebungen des Veröffentlichungstermins hierfür nützlich sind (der Release war für Mai angesetzt), darf bezweifelt werden, Ungeduldige können sich die Platte wenigstens schon über Import zu Gemüte führen. Nach nicht ganz 40 Minuten ist dann allerdings nicht nur das Album zu Ende, auch die Freude über die elf Neo Grunge-Tracks ist im Keller. Schuld daran ist jedoch weder die makellose Produktion, noch die stets kratzige Stimme Scantlins, sondern einfach und allein das Fehlen jeglicher Ideen, wodurch „Famous“ den Wert einer drittklassigen B-Seiten Zusammenstellung erhält, die mit verworfenem Material aus der Zeit von „Come clean“ bestückt wurde.

Anders lässt sich die Nähe von Songs wie „Famous“, „Radiate“ oder „Livin´ on borrowed time“ zum 2002er Werk nicht erklären und gerade der hohe Balladenanteil bzw. der stets elegische Unterton im Großteil der Kompositionen geben Grund zur Annahme, dass Puddle Of Mudd anscheinend versuchen die ertragreiche, radiokonforme Nachfolge von Schmusekönig Bon Jovi anzutreten. Blöd nur, dass Mr. Dauerwelle wenigstens etwas von Songwriting versteht und weitestgehend darauf verzichtet dermaßen pseudo-gesellschaftskritische Tracks wie „I´m so sure“ oder 08/15-Schmachtfetzen wie „Thinking about you“ unters Volk zu bringen, die trotz Grunge-Feeling zäh und abgestanden wirken. Wenn Fronter Wes dem Hörer in den letzten Wehen des Albums dann die Zeilen „If I could love you“ entgegenschmettert, sollte man sich ernsthaft fragen, ob sich das Warten wirklich gelohnt hat und mit welchen weiteren Songs, die angeblich die Verzögerung für die Veröffentlichung darstellen und die bisherige Trackliste ergänzen sollen, der Vierer diesen uninspirierten Karren aus dem Dreck ziehen will.

Anspieltipps:

  • Psycho
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