Babaji - Turn Around - Cover
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Babaji Turn Around


  • Label: Ariola/SonyBMG
  • Laufzeit: 45 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Hey, die sollen sich mal umdrehen!“ – ein spontaner Gedanke des Verfassers dieser Zeilen, der ihm beim Anblick des Covers des hier zu besprechenden Albums in den Sinn kommt. Chauvinistisch? Nein, nur ehrlich. Denn mit der Musik dieses Newcomer-Quartetts mag er sich so gar nicht anfreunden, geschweige denn darüber schreiben. Und das kommt daher:

Sonja (30), Anna (29), Angie (28) und Ophelia (23) sind vier hervorragende Violinistinnen, die auch noch passabel singen können und ihren Job von der Pike auf gelernt haben, sprich eine klassische Geigenausbildung absolvierten. Zusammen sind sie Babaji, das neueste Spielzeug der Produzenten, Arrangeure und Sound-Programmierer Sascha Dücker, Alan Vucelic und Siggi Brandt. Diese haben sich nämlich etwas ganz Besonderes ausgedacht: Man nehme bekannte Stücke aus den 60er und 70er Jahren (angeblich Lieblingshits der Damen), bastelt neue Arrangements mit 08/15-Beats und zum Teil richtig gruseligen Synthie- und Keyboardklängen drumherum (dass da vorher niemand draufgekommen ist?!) und lässt dazu vier Mädels mit dem Aussehen internationaler Top-Models auf der Geige spielen.

Himmel, was treibt das Musikgeschäft für Blüten? Und für was geben sich ausgebildete Musikerinnen eigentlich sonst noch her? Denn was nützt ihre Spiel- und Sangeskunst, wenn Klassiker wie „A whiter shade of pale“, „The sound of silence“, „Night in white satin“ und „He ain’t heavy, he’s my brother“ (können es vielleicht auch mal andere Songs sein? Diese Lieder sind definitiv zu Tode gecovert worden!) von irgendwelchen Knöpfchendrehern vergewaltigt werden? Okay, optisch ist die Vermarktbarkeit der Mädels gigantisch. Und für die Pinkelpausen, äh, die musikalischen Zwischenspiele bei „Wetten, dass..?“ ist der Babaji-Sound sicher mehr als ideal, aber wer oben genannte Songs auch nur ein bisschen gern hat, wird sich von der Überzahl der neu arrangierten Tracks böse auf den Fuß getreten fühlen. Da heißt es tunlichst den Humor zu bewahren und mit Helge Schneider zu antworten: „Mensch, geht bloß weg, Eure Lieder haben die Aktentaschenakne“. Es grüßt, der Klapperstrauß.

Anspieltipps:

  • Baby, I love your way
  • Now that we found love
  • Let´s spend the night together
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