The Dead 60s - Time To Take Sides - Cover
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The Dead 60s Time To Take Sides


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Aus der Heimat der Beatles, nämlich aus Liverpool, kommt das Quartett um Matt McManamon (Gesang/Gitarre), Ben Gordon (Orgel/Gitarre), Charlie Turner (Bass) und Bryan Johnson (Schlagzeug). Unter dem Namen The Dead 60s und mit dem selbstbetitelten Debüt im Gepäck beeinflussten sie im Sommer 2005 das Ska/Dub-Revival maßgeblich und erinnerten an die unvergessenen The Clash, wobei man im Vereinigten Königreich ja schnell den Hype mit großen Namen zukleistert und das nicht unbedingt etwas bedeuten muss. Selbst die USA erhörte den urenglischen Aufruf von eleganter New Wave-Mentalität sowie Ska-Rhythmen, die sich in Mark und Bein festbeißen. Hinter Coldplay und den White Stripes rotierte die erste Single „You´re Not The Law“ in den Hitlisten des US-Alternative-Radios, während Tourneen mit Morrissey, den Stereophonics und Garbage ihren großartigen Ruf als Live-Band bestätigten. In Deutschland nahm sie das breitere Publikum erst mit dem Titelsong zum Kinofilm „Neues vom Wixxer“ wahr, um nun mit dem Zweitwerk „Time To Take Sides“ nachlegen zu wollen.

Produzent David Kahne (New Order, The Strokes, Kelly Clarkson u. a.) führte The Dead 60s nach New York, ohne dass man nun auf die britische Arbeiter-Mentalität im Sound verzichten müsste, dafür aber mehr Pop/Rock-Anteile den Klang beliebiger erscheinen lassen. Das hat einerseits den Vorteil, nicht mehr allzu durch die Genregrenzen von Dub/Ska limitiert zu werden, andererseits aber auch etwas im gewöhnlichen Kontext unterzugehen. Beim Opener „Bolt Of Steel“ steht Rock´n´Roll im Vordergrund und kommt mit kantigen Gitarren sowie leidenschaftlichen Vocals von Matt McManamon daher, so dass nicht nur die zeitweise auftauchenden, filigranen Melodien im Saitengewand für den ersten Hit sorgen. Wie der Titel es erahnen lässt, punktet „Beat Generation“ mit ebendieser klassischen Spielart der Gitarrenmusik, ohne auf zarte Akzente im dubbigen Gewand verzichten zu müssen.

Die Single „Stand Up“ groovt sich in zurückgelehnten Ska-Regionen ein und wird durch die von Percussions/Drums eindringlich zelebrierten Rhythmen samt einfach gestrickten Vocal-Passagen zu einem Mitgröhl-Kandidaten für anstehende Konzertaktivitäten. Wer sich bis hier hin fragt, wo die anfangs prophezeiten Rock-Standards bleiben, wird diese nur unter der Oberfläche finden. Es bewegt sich dann doch alles zu sehr im harmlosen Radio-Korsett, was bei der etwas lieblosen Ballade „Last Train Home“ und dem mausgrauen „Don´t Walk Away“ Ausdruck findet. Als Trumpf halten dagegen ausgefeilte und zackige Rhythmen her, ohne die „Time To Take Sides“ wirklich nicht mehr als ein unspektakuläres Album geworden wäre. Wenn dann noch warme Töne in Form von karibischen Grooves dazukommen, kann man abschließend von einem guten Nachfolger reden, bei dem das Herzblut dann jedoch zu oft nur in Grenzen fließt.

Anspieltipps:

  • Bolt Of Steel
  • Stand Up
  • Dull Towns
  • Seven Empty Days
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