Lisha - Nice To Meet You - Cover
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Lisha Nice To Meet You


  • Label: Da Source/Groove Attack
  • Laufzeit: 58 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer sich die 22 Jahre junge Dame namens Lisha auf dem Cover ihrer Debütplatte „Nice To Meet You“ ansieht, würde wohl niemals darauf kommen, dass es sich bei ihr um ein hoffnungsvolles Talent aus der Black-Music-Sparte handelt. Rote Lippen, blaue Augen, blonde Haare – R&B-Girlies haben wir irgendwie anders im Gedächtnis.

Lisha stammt gebürtig aus Hamburg, bekam mit 12 Jahren die ersten Studioaufnahmen von ihrem Vater finanziert, zog später nach Köln um, wo sie seit 2005 erste Projekte zusammen mit dem Produzenten Son-D-Lyte anschob und einen Vertrag mit dem Black-Music-Label Da Source Records unterschrieb. Es folgten zwei erfolgreiche Clubsingles und Live-Auftritte als Special Guest von Beyoncé Knowles und Busta Rhymes.

Tja, und jetzt ist es Zeit für das erste Album. Und das macht in Sachen Beats und Sound (Executive Producer: Son-D-Lyte) sowie Lishas Gesangsleistung kaum einen Unterschied zu teuren US-amerikanischen Produktionen. Wer die Augen schließt, wird schlicht nicht bemerken, dass es sich um eine deutsche Sängerin handelt. Ob Nicole Scherzinger, Brandy oder Lisha – es sind keine Niveaunterschiede auszumachen. Das ist doch schon mal was!

Dessen ungeachtet macht sich auch auf Alishas „Nice To Meet You“ bemerkbar, womit vergleichbare deutsche Girl-Acts wie Monrose und Bijou zu kämpfen haben: Es mangelt auf Dauer an fesselndem Songmaterial, das mehr bieten kann, als eine Produktion auf internationalem Standard und eine talentierte Sängerin. Mit diesen Pfunden wuchern nicht erst seit DSDS und Co. eh die meisten Konkurrenten, wodurch die Unterschiede zwischen den einzelnen Interpreten gefährlich verschwimmen.

Die Journaille, aber auch der potenzielle Käufer, sucht deshalb nach Persönlichkeiten, die sich von der Masse abgrenzen. Hier kommt auf das Team um Lisha noch jede Menge Arbeit zu. Denn an singletauglichen Tracks („I know“, „Hey DJ“) und coolen Club-Burnern („Doin it“, „Somethin 4 the clubs“) mangelt es dem Album nicht. Aber schon in den Sechzigern lautete die Regel: It’s the Singer, not the Song. Darum wird es fraglos interessant zu beobachten sein, mit welchem Kunstgriff das Label einen weiblichen Black-Music-Act im Markt etablieren will, der aussieht wie eine Baywatch-Strandnixe. Fehlt nur der rote Badeanzug. Oh Mann, Klischees können manchmal so erdrückend sein…

Anspieltipps:

  • I know
  • When ever
  • Brown sugar
  • Take me with you
  • Whisper your name
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