Inferno - Pioneering Work - Cover
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Inferno Pioneering Work


  • Label: Destiny Records
  • Laufzeit: 126 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Vor 25 Jahren schlossen sich im beschaulichen Augsburg vier junge Burschen (Zong, Howie, Igor, PZ) zu der Band Inferno zusammen. Ihr Ziel: Rasendschnellen Hardcore-Thrash-Punk spielen, der alles bis dahin da gewesene in den Schatten stellt, aber mindestens die britischen Vorreiter Discharge an die Wand nagelt. Die Mission startet mit dem Erstlingswerk „Tod und Wahnsinn“ (1983/84), das sich über den ganzen Erdball verbreitet und Inferno zur bekanntesten Hardcore-Band Deutschlands macht.

Die Augsburger touren durch ganz Europa und erhalten von diversen Szenegrößen Lob und Anerkennung. So wird zum Beispiel Anthrax-Boss Scott Ian mit folgender Aussage zitiert: „Inferno were the hardest, fastest, most brutal hardcore band of their time and were a direct influence...“. Aber warum spricht der Mr. Ian in der Vergangenheitsform? Man kann es arahnen. Die Band bricht im Jahr 1990 endgültig auseinander, nachdem sich insgesamt elf Musiker bei Inferno die Türklinke in die Hand gaben – darunter auch ein gewisser Archi Alert (Gitarre), der später zu den Gründern der Berliner Aggro-Rockband Terrorgruppe gehören sollte.

Da die Inferno-Platten im Prinzip nur noch als Bootlegs gehandelt werden, entstand vor fünf Jahren die Idee zu einer umfassenden Werkschau, die so viel wie möglich Material aus rund zehn Inferno-Jahren zusammenfassen sollte. Dazu wurden die Rechte an den Originalaufnahmen zurückerworben, die Tracks klanglich renoviert und auf einem feschen Doppelalbum zusammengestellt, die einen fast lückenlosen Einblick in das Schaffen der thrashigen Hardcorler geben.

Insgesamt 56 Songs, unterteilt in eine „Oldschool“- und eine „Highschool“-Phase, werden nun, begleitet von einem umfangreichen Booklet (auf deutsch und englisch), als „Pioneering Work“ auf die Fans losgelassen. In akzeptabler Soundqualität rumpeln die Jungs durch deutsche Hardcore-Geschichte. Dabei geht es gewohnt kurz und knackig zu Werke. Spielzeiten von knapp zwei Minuten pro Song sind vollkommen normal – und ausreichend, um das zu sagen, was Inferno sagen wollen. Dass es an einigen Ecken selbstverständlich etwas dilettantisch klingt, darf aber auch bei allem Kult um die Band nicht vergessen werden. Für HiFi-Puristen ist dieses Album definitiv nichts!

„Pioneering Work“ dokumentiert das musikalische Können und die Ansichten von vier jungen Kerlen in den 80er Jahren, als die politischen Gegner andere waren als heute und die Studiomöglichkeiten nicht so fortgeschritten waren, dass technische Unzulänglichkeiten mir nichts dir nichts behoben werden konnten. Aber wer will das auch schon, wenn es um authentischen Hardcore-Thrash-Punk geht, der seine Wurzeln in irgendwelchen Jugendzentren hat?

Anspieltipps:

  • Wäh
  • Leben
  • Wodka
  • 7 Jahre
  • Liebeslied
  • Linke Sau
  • After my death
  • Not your problem
  • Ich liebe nur mich
  • Tod und Zerstörung
  • Des Wahnsinns fette Beute
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