KT Tunstall - Drastic Fantastic - Cover
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KT Tunstall Drastic Fantastic


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 46 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Von Meisterwerken sollte man zwar nicht gleich sprechen, aber KT Tunstall befindet sich auf einem sehr guten Weg dahin.

Was haben New Order, U2, Placebo oder Deacon Blue gemeinsam? Den umtriebigen Produzenten Steve Osborne, der auch die schottisch-chinesische Songwriterin KT Tunstall, bürgerlich Kate Tunstall, betreut. Ihr drittes gemeinsames Werk erblickte nun das Licht der Welt. Sagenhafte vier Millionen Mal wurde Tunstalls 2004-Debüt „Eye To The Telescope“ weltweit gekauft, das kann man wohl als einen geglückten Sprung in die Superliga der erfolgreichsten Sängerinnen bezeichnen. Nach und während der zahlreichen darauf folgenden Tourneen entstand das zweite Akustikwerk „Acoustic Extraganza“, welches neben Outtakes auch reduzierte Versionen des Erstlings enthält.

Nun muss die mittlerweile 32jährige Songwriterin beweisen, dass ihr vielgelobter erster Longplayer kein Zufallstreffer war und sie sich bei ihrem zweiten richtigen Studioalbum weiterentwickelt hat. Die erste Singleauskoppelung „Hold on“ scheint den treibenden Folkrock der Vergangenheit zu wiederholen, aber dieser rhythmische Track legt nur eine Facette der Katie Tunstall frei. Der erste Song der CD zeichnet ein gereiftes musikalisches Bild der Wahl-Londonerin. „Little favours“ überrascht mit härteren und noch temporeicheren Elementen, die sofort im Ohr bleiben, Tunstall spielt mit ihrer Gitarre und Stimme fast schon eine Rocknummer.

„If only“ setzt ganz auf die feine Melodie und schwelgt eher in Popgefilden, dabei gibt es die ausdrucksstarke Stimme zu hören, die mittlerweile eine erstaunliche Bandbreite innehat. Bei jedem Hördurchgang stellt sich ein anderer Song in den musikalischen Vordergrund. „Hopeless“ fügt der abwechslungsreichen Songwritingmischung aus Folk, Pop und Rock einen kräftigen Countryanstrich zu. Die Komposition lebt von der Stimme der Vollblutmusikerin und den erdigen Instrumenten, die richtig Spaß verbreiten. Das fünfminütige „Beauty of Uncertainty“ gibt den Kritikern recht, die die Stärken von KT Tunstall bei den sanften und ruhigen Tracks sehen: Es ist schon beeindruckend wie Miss Tunstall mit einer Akustikgitarre und einfach nur ihrer Stimme verzaubert. Angenehm langsam und in Zeitlupe wird das Tempo gesteigert und mit überhaupt nicht kitschigen Geigen muss einfach eine Gänsehaut beim Zuhören entstehen.

„White Bird“ erinnert ein wenig an die Werke von Suzanne Vega, ruhig vorgetragen und unauffällig konstruiert bleibt die feine Melodie trotzdem oder gerade deswegen haften. Nur bei „Saving my Face“ beschleicht einen das Gefühl, dass der gute Text von einem eher mittelmäßigen musikalischen Einfall der Schottin mit chinesischen Wurzeln begleitet wird. Die Sängerin besitzt nicht nur sehr viel Talent, sondern kann jetzt schon auf eine beachtliche musikalische Weiterentwicklung zurückblicken, die ihr breitgefächertes musikalisches Repertoire positiv beeinflusst hat.

Von Meisterwerken sollte man zwar nicht gleich sprechen, aber KT Tunstall befindet sich auf einem sehr guten Weg dahin. Der ein oder andere Ausflug in die Popcharts dürfte auch nicht zu verhindern sein, denn diese CD bietet abwechslungsreiche fast perfekte Popperlen.

Anspieltipps:

  • Little favours
  • Funnyman
  • Hold on
  • Hopeless
  • Beauty of uncertainty
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