The Race - Ice Station - Cover
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The Race Ice Station


  • Label: Flameshove/ALIVE
  • Laufzeit: 41 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Vorsicht Rutschgefahr! Auf ihrem neuen Album frösteln The Race zwischen einem wieder salonfähig gewordenen New Wave Rock vergangener Tage und ihrem ausgeprägten Hang zu elektronischen Minimalistenarrangements. Nicht von ungefähr hört das gute Stück auf den Namen „Ice Station“. Denn dieser Titel trifft es verhältnismäßig präzise auf den Punkt. Leider leiden die meisten der elf Lieder unter chronischem Gefrierbrand, so dass Sie kaum in Stande sind eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Da helfen auch nicht die von der Plattenfirma angepriesenen Gemeinsamkeiten der Band mit einem düsterem Sound a lá New Order oder Joy Division. Obwohl dies in Zeiten all der Interpols und Editors natürlich Aufmerksamkeit auf sich zieht. The Race klingen ohne Frage ähnlich unterkühlt, aber bereits weniger düster und auf keinen Fall so eindringlich wie die alten Cold-Wave-Rock-Heroen oder ihre legitimen Nachfolger.

Dabei ist der Eintritt in die „Ice Station“ zunächst sehr viel versprechend. „Feathers“ ist verschroben, verzwickt und rockig. Wie ein alter Freund legt er seine Hand auf des Hörers Schulter und führt ihn in das Reich von The Race. Doch was dann folgt, ist am treffendsten als Semi-gastfreundlich zu umschreiben. „Shortest Way To China“ rieselt so vor sich hin und hinterlässt bis auf den ansatzweise verzerrten Refrain keinen bleibenden Eindruck. Ebenso wie auf dem humorlosen Titeltrack und dem spärlich steril anmutenden „Odessa“, fühlt man sich durch die überraschungsarmen Rhythmen und die simplen elektronischen Klangtüfteleien der Band nicht besonders herausgefordert.

„Walls“ stellt hier die strahlende Ausnahme dar. Der mit Abstand beste Song des Albums begeistert durch eine fast schon hypnotisch ausgeprägte Melodie und führt darüber hinaus in den zweiten Wohnbereich der „Ice Station“. Ab nun begibt man sich mit der Band in scheinbar psychedelischere Räume. „Crack Goes The Lake“ zappelt wirr, hektisch und ohne hörbare Krönungen ins Ohr und hinterlässt eine ähnliche Unberührtheit, wie das improvisiert aufgenommen zu scheinende „Kind Of Solution“ oder das sich beiläufig verbreitende „Easy Listening"-Gefühl auf „Evil Love“. Lediglich „Wandering Eye“ kann mit seinem sich verblüffend nah an einem experimentierfreudigen Radiohead orientierenden Sound, schließlich noch ein kleines Ausrufezeichen setzen.

Die gelegentlich hinter den Eisbergen hervorblinzelnden kreativen Momente verschwinden dessen ungeachtet aufgrund zuviel Durchschnitts und so manchem erzwungen wirkenden Psychodelic-Beats im Dunkel ihre Zerrissenheit. The Race wirken hier einfach zu unentschlossen und auch deshalb droht ihre „Ice Station“ auf der nächsten abgebrochenen Eisscholle Hinwegzutreiben.

Anspieltipps:

  • Feathers
  • Walls
  • Wandering Eye
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