Still Remains - The Serpent - Cover
Große Ansicht

Still Remains The Serpent


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 42 Minuten
Artikel teilen:
3.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Übergang vom instrumental gehaltenen Opener „The serpent” zu „The wax walls of an empty room” ist bezeichnend für den restlichen Verlauf des bislang dritten Werkes der amerikanischen Modern-Metal-Truppe (Metalcore als Genrebezeichnung ist ja schließlich längst out) Still Remains. Synthie-Flächen, die von einer Muse-Platte stammen könnten, flimmern unbekümmert aus dem Lautsprecher und vergnügen sich mit glücklichen Gitarren und einem euphorischen Schlagzeug. Die Stimmung steigt und die Erwartungshaltung des Hörers, der mittlerweile wie bei einem sündteuren Hollywood-Streifen angesichts der Dramatik des Stücks wie gebannt auf seine Boxen starrt, klettert ins Unermessliche. Und dann – Fade Out - Ende. 2 obligatorische Sekunden Pause, als ob dem nachfolgenden Track die aufgebaute Spannung einfach so, mir nichts dir nichts am Arsch vorbeigegangen wäre. „The wax walls of an empty room“ wird wieder eingefädelt und weiter geht’s. Was soll das denn bitte sein, liebe Herrschaften? Wozu großkotzig Atmosphäre auffahren, wenn sie nicht genutzt wird?

„I feel like I´ve come into my own as a song writer” entschuldigt sich Sänger T.J. Miller für den schlechten Witz zu Beginn des neuen Longplayers. Wieso der Sechser aus Grand Rapids, Michigan anscheinend sein Gespür für perfekt getimte Songs verloren hat, das auf dem Vorgänger „Of love and lunacy“ (2005) allgegenwärtig war, weiß keiner so genau und die Band wohl am wenigsten. „I feel like I´ve come into my own as a vocalist” fügt Miller noch hinzu. Sollte er damit die häufig auftretenden popigen Strukturen meinen, die er mit klarer, süßlicher Stimme intoniert, so mag man ihm Recht geben. Allerdings nervt der Versuch ein Killswitch-Engage-Schema zu verfolgen, spätestens ab „Stay captive“, da lediglich mit „Anemia in your sheets“ und „Dropped from the cherry tree“ zwei richtige Granaten abgespult werden. Der Rest pendelt zwischen kommerzieller Chart-Ballade („Maria“) und dem, was früher allgemein als perfekte Fusion aus Melodie und Härte verstanden wurde („Sleepless nights alone“, „An undesired reunion“, „Avalanche“) und heute keinen Hund mehr vor dem Ofen hervorholt.

Zwar schauen Still Remains noch kurz mit einem Uptempo-Rocker vorbei („Dancing with the enemy“) und können bei „The river song“ durch eine ordentliche Hook ein paar klitzekleine Pluspunkte einheimsen, alles in allem braucht „The serpent“ aber niemand. Da hilft es dann auch nichts, wenn T.J. alleine stolz auf das neue Material ist: „I´m still growing and learning who I am personally and musically. I couldn´t be happier with the result of this new record. It´s been a lot of hard work, but was worth every minute.”

Anspieltipps:

  • The River Song
  • Anemia In Your Sheets
  • Dropped From The Cherry Tree
Neue Kritiken im Genre „Metalcore“
5/10

Ember To Inferno: Ab Initio
  • 2016    
6/10

Silence In The Snow
  • 2015    
Diskutiere über „Still Remains“
comments powered by Disqus