Core - Perfect Summer - Cover
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Core Perfect Summer


  • Label: Core Cosmos/Rebeat
  • Laufzeit: 53 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Core wollen uns mit ihrem neuen Album, gelinde gesagt, verarschen. Nach dem krachigen Debüt „Away“ (06/2003), dem halb-akustischen, äußerst gefühlvollen „Halfplugged“ (05/2005) und mehreren sich in Ekstase spielenden, verschwitzten Konzerten hat man sich schließlich einen Granaten-Opener erwartet von den Paradise Now-Überbleibseln, der ehemals besten Rock-Institution Österreichs. Und was legen uns Chris Harras (Gesang, Gitarre), Harald Jilg (Bass) und Sascha Bem (Schlagzeug) auf dem zweiten Studiowerk gleich zu Beginn vor? „Angel´s eyes“ – eine melancholische Ballade, die mit einer sowohl düsteren als auch elegischen Melodie verziert wurde. Wollen wir so etwas von Core hören? Nein! Wollen wir einen Knaller wie „Trip enough“ hören, der einem gleich zu Beginn mit dem Doublebass-Auftakt die Fresse poliert? Jawohl!

„Don´t let us down“ und „Italian stallion“ schlagen in dieselbe Kerbe und holzen so ziemlich jeden in der Nähe befindlichen Wald um, den Hörer mit eingeschlossen. Die Quintessenz der Truppe, bratende Gitarren, druckvollen Sound und eine emotionale Stimme zu einem sinnvollen Ganzen fusionieren zu lassen, geht auch auf „Perfect summer“ voll auf. Das zwischenzeitlich das Tempo drosselnde Titelstück fungiert als Dreh- und Angelpunkt zwischen dem stürmischen Beginn und dem wesentlich reflektierterem Material der zweiten Hälfte, das z.B. durch Stücke wie das an die Queens Of The Stone Age-erinnernde „Mexican serenade“, dem furiosen Nelly-Cover „Hot in herre“ oder dem rhythmisch-betonten „Avalanche“ hervorsticht. Mit Liebe zum Detail gehen die Drei bei „Drifting“ ans Werk und „A million miles“ verzichtet trotz der Sturm- und Drang-Attitüde keineswegs darauf ein paar taktvolle Spielereien einzubauen.

Bevor „The angle“ als Bonus-Track in Erinnerungen an den ersten Silberling der Truppe schwelgt („Away“ ist immerhin auch schon wieder 4 Jahre her), knallen uns Core mit „King´s phone“ noch einen groove-betonten Rocker um die Ohren, der zeigt, dass sich die Jungs den Sprung vom Geheimtipp zu einer festen Größe im Musikbusiness redlich verdient haben. Und eigentlich ist „Angel´s eyes“ im Nachhinein betrachtet ebenfalls ein wundervolles Stück rezenter Popkultur, nur eben an der falschen Stelle. Ergo: Fast alles richtig gemacht, Core!

Anspieltipps:

  • Drifting
  • Avalanche
  • Trip Enough
  • Angel´s Eyes
  • Don´t Let Us Down
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