Nonpoint - To The Pain - Cover
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Nonpoint To The Pain


  • Label: Bieler Bros/Rough Trade
  • Laufzeit: 56 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Für Elias Sorano (Gesang), Robb Rivera (Schlagzeug), Andrew Goldman (Gitarre) und Bastard (Bass) lässt der Durchbruch in Europa noch auf sich warten, während sie in Amerika mittlerweile zu einer festen Größe im Modern-Metal-Bereich zählen. 2001 brachten Nonpoint ihren ersten Longplayer „Statement“ bei uns in die Läden. Mit eher mäßigem Erfolg. Auch Album Nummer Zwei („Development“) und Drei („Recoil“) besaßen nicht die nötige Durchschlagskraft auf dem europäischen Markt. Nun steht das bereits vierte und kompromissloseste Album des Quartetts aus Florida in den Regalen und wartet auf enthusiastische Käufer. Doch dass „To The Pain“ den großen Durchbruch bedeutet, scheint unwahrscheinlich. Und das liegt nicht unbedingt an dem neuen Material. Vielmehr ist das Genre, indem sich Nonpoint bewegen, mit ihrem Mix aus New- und Rap-Metal, momentan nicht sehr angesagt. Doch mit dem Strom schwimmen wollen Nonpoint sowieso nicht und so ziehen sie ihren Stiefel konsequent durch.

Die erste Kostprobe geben sie mit ihrer in den USA bereits erfolgreichsten Single-Auskopplung der Bandhistorie „Bullet With A Name“. Hier werden die alten Stärken der rauen Truppe aus dem Sonnenschein-Staat zu einem soliden Metal-Machwerk vereint: Elias energischer Sprechgesang, der teils mit eingängigen Hooks im Wechsel steht, unterlegt mit wüsten „disturbed-ähnlichen“ Gitarrenriffs und präzisem Drumming. Mit „The Wreckoning“ steht dann auch der erste genreübergreifend wirklich gute Song an. Mit wahnsinnig viel Drive schlägt der Refrain durch die Boxen. Zum Verwüsten eines Hotelzimmers der ideale Begleiter. „Alive And Kicking“ fährt mit eingängigem Refrain auf und lebt zusätzlich von einer überzeugend groovenden Rhythmus-Maschinerie. Erste instrumentelle Experimente versucht man in „Explain Yourself“. Der eher unscheinbare Song überrascht durch plötzlich einsetzende verjazzte Trompeten zu prickelnden Latino-Rythmen samt traditioneller Percussion. Gelungene Stil-Fusion. Der überragende Track auf „To The Pain“ folgt direkt im Anschluss mit „Buscandome“. Derart energetisch und kraftvoll war schon lange kein Nonpoint-Stück mehr. Der vielleicht beste Nonpoint-Song überhaupt.

Der anschließende Albumtitel sorgt durch die verhältnismäßig extrem ruhigen Passagen, die teilweise sogar nur aus sanften Gitarrenklängen und dezenten Percussion-Einsätzen bestehen, für Abwechslung. Das schlicht dahintreibende Instrumental „Ren-dishen“ leitet eine Art zweite Hälfte des Albums ein. War die erste Hälfte von „To The Pain“ noch überzeugend und streckenweise sehr mitreißend dargeboten, schwächeln die Tracks von „Explain Myself?“ angefangen bis hin zum Schlusstrack „The Shortest Ending“ allesamt. Als gäbe es eine in die Platte bereits integrierte B-Seite. Doch will man die nicht unbedingt auf halbe Albumlänge zu hören bekommen. Das Album ist zwar mit insgesamt 14 Tracks und einer Spielzeit von rund 56 Minuten gut bestückt, doch was nützt das, wenn etliches Füllmaterial den Weg auf das Album findet? Zumindest die beiden Instrumentals „Ren-dishen“ und „The Longest Beginning“, welches nahtlos in „The Shortest Ending“ übergeht, dabei aber nur die Trackliste verlängert und einfach nur langweilt, hätte wohl niemand vermisst. Schade, aber nach starkem Beginn haben Nonpoint leider auch stark nachgelassen.

Anspieltipps:

  • Explain Yourself
  • Buscandome
  • The Wreckoning
  • To The Pain
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