H-Blockx - Open Letter To A Friend - Cover
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H-Blockx Open Letter To A Friend


  • Label: X-Cell/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Lang ist’s her: 1994/95 waren die H-Blockx das ganz große Ding in der deutschen Musiklandschaft. Die ehemalige Schülerband aus Münster ging gleich mit ihrem Debütalbum „Time To Move“ (08/1994) und einer fast schon beängstigenden Anzahl an Hitsingles (u.a. „Move“, „Risin’ high“, „Little girl“) durch die Decke und steuerte leicht und locker auf über eine Million verkaufte Tonträger zu. Die Jungs um Frontmann Hennig Wehland etablierten sich als Vorreiter in Sachen Crossover-Musik Made in Germany und ebneten damit Bands wie den Guano Apes und Die Happy den Weg.

Was folgte, waren unzählige Besetzungswechsel fast schon in Spinal-Tap-Manier, sowie eine daraus erzwungene musikalische Neuausrichtung, die mitunter orientierungslos wirkte und in Kauf nahm, die Kreuzüberjünger der ersten Tage zu verlieren. Eine typische Karriere-Berg-und-Talfahrt eben, die sicher zur Verwunderung des einen oder anderen keine Ende gefunden hat, sondern, ganz im Gegenteil, mit „Open Letter To A Friend“ in eine weitere Rund geht – wenn auch etwas mühselig. Denn am Anfang der Sessions zum sechsten Studioalbum, das mit den Originalmitgliedern Hennig Wehland (Gesang), Stephan Hinz (Bass), Tim Tenambergen (Gitarre) und Johann-Christoph Maass (Drums) eingespielt wurde, standen Meinungsverschiedenheiten mit Label und Management über die stilistische Ausrichtung der neuen Songs.

Doch die Band blieb stur und drückte das Werk so durch, wie es nun für alle hörbar in die Läden kommt: als gradliniges Rockalbum, das 99% Crossover-frei nur selten die Härte früherer Produktionen erreicht (z.B. in „I don’t want you to like me“, das nach skandinavischem Rotzrock klingt). Geblieben ist es dagegen bei den gewohnt poppigen (Halb-)Balladen („Leaving“, „Stay“) sowie den altbekannten Stadion- und Alternative-Rock-Elementen („Selfconversation“), die trotz aller Eingängigkeit nicht sonderlich authentisch klingen („Here I go again“). Warum das so ist, lässt sich besonders gut an Stücken wie „Countdown to insanity“ und „Cliché“ festmachen. Hier haben sich die H-Blockx mehr als offensichtlich von Bands wie Queens Of Stone Age (Gitarrensound) und Foo Fighters (Gesangsstil) inspirieren lassen. Dabei herausgekommen ist allerdings eine Heavy-Rock-Version von Fury In The Slaughterhouse, was vielleicht vor zehn Jahren als Kompliment zu werten gewesen wäre.

Trotzdem wird auch „Open Letter To A Friend“ gezogen von einer Hitsingle den Weg in die Charts finden, auch wenn es sich bei dem Album in guter (?) H-Blockx-Tradition um ein sehr durchwachsenes Machwerk handelt. Doch das wird den bekennenden Fan kaum stören.

Anspieltipps:

  • Cliché
  • Leaving
  • Selfconversation
  • I don’t want you to like me
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