Great White - Back To The Rhythm - Cover
Große Ansicht

Great White Back To The Rhythm


  • Label: Frontiers Records
  • Laufzeit: 55 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Respekt für das Geleistete und viel Erfolg für die Zukunft der Band, für die dieses Album ein guter Grundstein ist.

Es gibt immer wieder Bands, deren Entstehen und Untergang mit einzelnen Daten zusammenhängen. So schien es auch bei Great White zu sein: 1981 im südkalifornischen Huntigton Beach gegründet konnte die Combo um Sänger Jack Russell und Gitarrist Mark Kendall Ende der 80er Jahre durchaus respektable Erfolge feiern. Der Name „Great White“ bleibt aber bis heute mit dem 20. Februar 2003 verbunden, an dem es bei einem Konzert in West Warwick, Rhode Island aufgrund fehlgeleiteter Pyrotechnik zu einem Feuer kam, bei dem aufgrund der Flammen, der Rauchgasvergiftungen sowie der einsetzenden Massenpanik über 100 Menschen sowie Bandmitglied Ty Longley starben. Nachdem die Band nach diesem Ereignis viel Energie in karitative Projekte zugunsten der Hinterbliebenen steckte, folgte Ende 2006 die Ankündigung, ein neues Album aufzunehmen und wieder auf Tour zu gehen.

Das neue Werk der Herren Russel und Kendall, sowie Keyboarder Michael Lardie, Bassist Sean McNabb und Drummer Audie Desbrow heißt nun „Back To The Rhythm“ und versucht, alte Traditionen der Band wieder aufzunehmen. Der gleichnamige Titeltrack zeigt auch sogleich den angestrebten Kurs an: Warmer Bluesrock mit ordentlich Druck dahinter – da fehlt eigentlich nur noch das passende Cabrio. „Here Goes My Head Again“ knüpft unmittelbar daran an, auffällig ist das schöne Timbre in Russells Stimme sowie der warme, tonale Charakter von Mark Kendalls Licks. In „Take Me Down“ zeigen die Jungs die etwas härtere Gangart auf: Schön wird der Song hier durch mehrere druckvolle Gitarrenriffs getragen und kommt insgesamt mit deutlich mehr Punch daher. Aber die Jungs beherrschen nicht nur dieses Metier: Ebenfalls gibt es die ein („How Far Is Heaven?“) oder auch andere („Just Yesterday) durchaus gelungene Ballade, die in erster Linie von der starken Stimme Jack Russells leben. Für eingefleischte Fans dürfte „Strandin‘ On The Edge“ ein guter Indikator sein, um die Qualität der Scheibe im Vergleich zu früheren Alben einzuordnen.

Auffällig ist zudem Folgendes: Viele der Songs (u.a. „Here Goes My Head Again“ oder „I’m Alive“) handeln ganz offensichtlich von den Ereignissen des Jahres 2003. Die Band schafft es aber, dieses Trauma auf eine eigenständige Art und Weise zu behandeln, ohne dabei einem gewissen Pathos zu verfallen. Um so höher ist es den Jungs anzurechnen, dass sie trotz aller Widrigkeiten, unter anderem eines nach wie vor anhaltenden Gerichtsprozesses, ein richtig solides Album auf die Beine gestellt haben, dass den Vergleich mit früheren Scheiben nicht fürchten muss. Es zeugt von Reife und Charakter, trotz jener schrecklichen Ereignisse, unter denen das Schaffen der Band jetzt wohl auf nicht absehbare Zeit betrachtet wird, die Energie und den Mut zu haben, wieder ins Studio zu gehen, ein Instrument in die Hand zu nehmen und nicht zu resignieren.

Dieser Schritt verdient den größten Respekt, nicht zuletzt deswegen weil ein wirklich ansehnliches Endprodukt entstanden ist, an dem nicht nur die alten Anhänger ihre Freude haben dürften. Zu hoffen bleibt somit nur, dass Great White auch wieder auf unseren Bühnen anzutreffen ist, denn trotz den Geschehnissen des 20. Februar handelt es sich bei den Jungs aus Kalifornien in erster Linie um eine richtig gute Live-Combo. So bleibt nur zu sagen: Respekt für das Geleistete und viel Erfolg für die Zukunft der Band, für die dieses Album ein guter Grundstein ist.

Anspieltipps:

  • Back To The Rhythm
  • Here Goes My Head Again
  • How Far Is Heaven?
Neue Kritiken im Genre „Hardrock“
7/10

Lost On The Road To Eternity
  • 2018    
Diskutiere über „Great White“
comments powered by Disqus