Patti Scialfa - Play It As It Lays - Cover
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Patti Scialfa Play It As It Lays


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 39 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Ehefrau vom Boss”. Auch wenn die spärlichen Soloalben von Patti Scialfa (53) noch so gut sind, kein Artikel über die US-amerikanische Singer/Songwriterin Patti Scialfa kommt ohne den obligatorischen Verweis auf ihren berühmen Ehemann Bruce „The Boss“ Springsteen aus. Dieser hat natürlich auch an Pattis drittem Album „Play It As It Lays“ mitgewirkt, ohne dass sie es wirklich nötig hätte, auf Bruces’ Hilfe zurückzugreifen.

Ihre Lieder – und diese sind meistens ganz hervorragend – schreibt Frau Scialfa ganz alleine. Lediglich im Background sorgt ihr Göttergatte für den einen oder anderen Tupfer auf der Hammond Orgel oder der Mundharmonika in den stark von Roots-Rock, Folk, Blues und Country getränkten Songs. Produziert wurde „Play It As It Lays“ von Patti Scialfa, Ron Aniello (Lifehouse, Guster, Barenaked Ladies) und Steve Jordan (Keith Richards, John Mayer, Jon Spencer Blues Explosion), der bereits den Vorgänger „23rd Street Lullaby“ (06/2004) co-produziert hatte.

Patti legt mit dem akustischen, grüblerischeren „Looking for Elvis“ eher gemächlich los, zeigt aber schon da auf, was der Hörer in den nächsten knapp 40 Minuten zu erwarten hat. Nämlich introvertierte Songwritermusik, eingespielt mit hochkarätigen Musikern aus dem Umfeld der Familie Scialfa/Springsteen (u.a. Nils Lofgren, Cliff Carter, Mark Stewart sowie diverse Mitglieder der „The Seeger Sessions“-Band), die viel Wert auf Atmosphäre legt und die Rock’n’Roll-Gitarren ausnahmsweise im Koffer lässt.

Damit schlägt Patti Scialfa den kommerziell ungünstigsten Weg ein, denn sie schickt ihre Hörer auf eine Suche nach Melodien, die sich nur schwer aus einer melancholisch-düsteren Schale schälen und die Songs deshalb nicht gleich auf Anhieb zünden lassen. Doch dieses „Opfer“ sollte der geneigte Interessent schon erbringen, um ein Album zu erschließen, für das altersweise vermutlich das richtige Wort wäre, hätten wir es nicht mit einer Frau zu tun. Merken wir uns einfach, dass „Play It As It Lays“ ein gefühlvolles Werk mit viel Soul ist, bei dem es jede Menge Feinheiten zu entdecken gibt, für das Frau eben ein gewisses Alter erreicht haben muss, um Songs mit so einer Tiefe zu schreiben.

Anspieltipps:

  • Black ladder
  • Run, run, run
  • Play it as it lays
  • Town called heartbreak
  • Like any woman would
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