Robyn - Robyn - Cover
Große Ansicht

Robyn Robyn


  • Label: Ministry Of Sound
  • Laufzeit: 46 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Album steckt voller Pop-Schönheiten.

Unabhängigkeit ist ja immer so eine Sache im Musikgeschäft. Frei von Vorgaben der großen Plattenfirmen, sein eigener Chef sein, die eigene Kreativität voll ausleben können. Aber es besteht eben auch das Risiko, völlig in der Versenkung zu verschwinden. Im Zeitalter des Musikdownloads wird dieses Risiko aber immer kleiner, was sich wohl auch Robyn dachte, als sie ihr eigenes Label „Konichiwa Records“ gründete. Außerdem ist sie ja auch kein unbeschriebenes Blatt: Mit dem Hit „Show me Love“ schaffte sie schon 1997 den internationalen Durchbruch. Mit Wut auf ihre alten Plattenfirmen veröffentlicht sie nun ihr neues Album auch in Deutschland und verarbeitet mit diesem ihre schlechten Erfahrungen ihrer ersten Künstlerjahre.

Entstanden ist eine Platte voll mit kraftvollem Pop und Electro, in der es rauf und runter geht zwischen kitschigen Balladen, echten Pophits und sogar HipHop-Klängen. Von allem etwas lautet die Devise der Scheibe, die dabei durchaus reizvoll wirkt. Denn das ist eben kein vorgegebener, zurechtgestutzter Sound, das ist jetzt voll und ganz Robyn. Sie entfaltet ihr Können beispielsweise in den ruhigen Stücken „With every Heartbeat“ , „Eclipse“ und „Should have known“ , die zwar im ersten Moment kitschig wirken, aber eben auch das besondere Etwas haben, dass diesen Kitsch in etwas Positives verwandelt.

Getragen durch atmosphärische Electro-Spielereien, durch den sanften Gesang und einem Beat im Rhythmus eines Herzschlages geht besonders „With every Heartbeat“ unter die Haut. Ins Tanzbein dagegen geht der Electropop in „Robotboy“ und „Handle Me“, die durch ihre Refrains zum Mitsingen die immer noch vorhandene Massentauglichkeit der Künstlerin unterstreichen. Das ist leichte verdauliche Kost, zu der entspannt und locker mitgewippt werden kann. Leichter Kritikpunkt ist jedoch, dass die Electrobeats an manchen Stellen etwas zu plump wirken und damit in einem gewissen Gegensatz zu den schönen Melodien stehen.

Das Album steckt aber auch weiterhin voller Pop-Schönheiten. „Be Mine!“ gehört dazu oder auch „Who’s that girl”, durch das Robyn einmal mehr klar macht, dass sie sich nicht mehr anpassen möchte, dass sie einfach so sein will, wie sie nun einmal ist. Einzig und allein die Abschweifungen in den HipHop-Style à la Gwen Stefanie oder Fergie zu Beginn des Albums stehen der Schwedin einfach nicht. „Konichiwa Bitches“ oder „Cobrastyle“ sind vielleicht zu viel des Guten, denn das klingt zu sehr nach Plastik.

Man glaubt Robyn mit dieser Platte, wie wichtig der Schritt in die künstlerische Freiheit für sie war und man merkt es auch an ihrer Musik. Am Ende steht ein Album, das sehr ansprechende Popmusik liefert. Und was lernen wir daraus? Chef sein tut anscheinend richtig gut.

Anspieltipps:

  • Be Mine!
  • Robotboy
  • Bionic woman
  • With Every Heartbeat


  • PS: Das Album erscheint ein Jahr nach der regulären VÖ, am 29. August 2008, nochmals in einer limitierten Auflage als "Special Edition" mit dem Bonus Track "Dream On" sowie einer DVD mit fünf Videoclips und einem Interview

Neue Kritiken im Genre „Pop“
5.5/10

World Be Live
  • 2018    
Diskutiere über „Robyn“
comments powered by Disqus