Mark Knopfler - Kill To Get Crimson - Cover
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Mark Knopfler Kill To Get Crimson


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 58 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Schotte noch nicht mal neue Wege, denen man die Schuld für ein „lediglich“ solides Album in die Schuhe schieben könnte.

Es ist immer wieder spannend und schön, wenn einer der ganz Großen ein neues Album auf den Markt bringt. Entsprechend fällt die Erwartungshaltung aus: Ein weiterer Klassiker muss her. Mindestens. Damit kann Mark Knopfler heuer leider nicht dienen. Zwar sind der Sound und das Gitarrenspiel des ehemaligen Dire-Straits-Chefs wie immer herausragend, so dass nach wie vor jeder HiFi-Purist auf die Freudenpalme gebracht wird, trotzdem funktioniert „Kill To Get Crimson“, Kopflers fünftes Soloalbum, Soundtracks nicht mitgerechnet, nur mit Einschränkungen. Aber woran liegt’s?

Der Unterschied zu vorangegangenen Werken wie dem schönen „All The Roadrunning“ (04/2006) zusammen mit Emmylou Harris ist, dass das Songwriting diesmal weitgehend spannungsfrei ausgefallen ist, so dass die Songs meistens nur ganz nett aus den Boxen plätschern. Knopfler ist zwar um Atmosphäre bemüht (Flöten in „The scaffolder’s wife“, ein Saxophon in „In the sky“, Trompeten in „Heart full of holes“, ein Akkordeon in „Secondary waltz“), doch es gelingt ihm zu selten, wirklich tiefgehende Melodien und Stimmungen zu erzeugen.

Dabei geht der Schotte noch nicht mal neue Wege, denen man die Schuld für ein „lediglich“ solides Album in die Schuhe schieben könnte. Der 58-Jährige bleibt seiner Linie treu und liefert ein Dutzend Folksongs in gediegenem Midtempo ab, die kleine Geschichten erzählen und mit der weisen Entspanntheit des Alters um die Gunst des Hörers buhlen. Das hat natürlich Klasse und es ist vollkommen klar, dass hier eine Stagnation auf hohem Niveau beklagt wird, aber wären dem Ausnahmegitarristen mit dem prägnanten Sound (und davon gibt es nur wenige auf der Welt!) mehr Songs wie das traumhafte „We can get wild“, das eindringliche „Behind with the rent“ oder „Punish the monkey“ geglückt – das klingt, als wäre es dem Soundtrack eines Quentin-Tarantino-Films entliehen –, hätte „Kill To Get Crimson“ gewiss etwas mehr Pepp gehabt, den Mark Knopfler ganz bewusst vermieden hat. Und das muss nicht zwingend jedermann gefallen.

Anspieltipps:

  • In the sky
  • Heart full of holes
  • Punish the monkey
  • Behind with the rent
  • True love will never fade
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