Mushroom With Eddie Gale - Joint Happening - Cover
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Mushroom With Eddie Gale Joint Happening


  • Label: Hyena/Rough Trade
  • Laufzeit: 70 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

1969 veröffentlichte die Avantgarde Jazz Legende Eddie Gale den Klassiker “Black Rhythm Happening“ auf Blue Note. Der herausragende Trompeter hat schon mit Größen wie Cecil Taylor, Sun Ra Arkestra und Larry Young zusammengearbeitet. Gale kollaboriert auf dem vorliegenden Album mit den Psychedelic-Kraut-Rock- und Indie-Jazz-Experimentalisten Mushroom. Neben dem legendären Trompeter wirken Pat Thomas (Drums, Congas), Ned Doherty (Bass), Matt Henry Gunitz (Piano und diverse Keyboards), Tim Ploxman (Guitar), David Brandt (Vibraphone, Congas, Djembe, Percussion), Erik Pearson (Guitar, Flute, Saxophone) und Dave Mihaly (Marimba, Percussives, Admirable Restraint) mit. Alle Songs entstanden in Zusammenarbeit von Eddie Gale und Mushroom, Band und Solist teilten Kompositionen und Arrangements. Produziert hat Schlagzeuger Pat Thomas, Matt Gunitz assistierte. Das im Stile der psychedelischen 60er Jahre gehaltene Cover-Artwork von Stacie Willoughby gibt schon einen delikaten Vorgeschmack auf den bevorstehenden musikalischen Trip, der den Titel „Joint Happening“ trägt.

Die Reise nimmt mit „Peace“ ihren Anfang. Ergo ein friedvoll-meditativer Einstieg, der mit Mellotron erzeugten Flöten- und Cellotupfern Pastellbilder malt, die dann von Eddie Gale mit melancholischer Film noir Trompete erweitert werden. Dazu funkeln kristallene Piano-Töne, Pat Thomas mit relaxtem Conga-Spiel und Tim Ploxman mit runden Gitarren-Licks. Entspannt beginnt auch der zweite Titel namens „I Don’t Need To Fight, To Prove I’m Right – I Don’t Need To Be Forgiven“. Coole Vibraphon-Klänge, sich steigernde Bass- und Schlagzeug-Wogen, flüssiges Piano, improvisierte Trompeten- und Gitarrenfiguren, die phasenweise auch dunkle Bilder halluzinieren. Mit Jaki-Liebezeit-Gedächtnis-Trommeln startet „I Was Torn Down At The Dance Place – Shaved Head At The Organ“. Ein 18-minütiges frei-strömendes hypnotisches Stück Musik, das auch mit Can-trifft-Miles-Davis umschrieben werden kann und Bilder von rituellen Tänzen unter psychedelischem Licht provoziert.

Inzwischen also weit weg vom eröffnenden „Peace“, kurz vor „Border Crossing“, das mit teils verstörenden Klängen auf die andere Seite dieser bunten Reise blickt. Der kürzeste (3:20 Minuten) Titel „Selling Oakland By The Pound“ dürfte eine Anspielung auf Genesis’ „Selling England By The Pound“ sein. „Our Love“ kommt als gespenstischer Kraut-Jazz-Mix daher, schillernd, treibend und dunkel zugleich. Am Ende unserer Reise tauchen wir über 15 Minuten in „The Spirit“. Hinab oder hinauf? Es scheint die gleiche Richtung zu sein, Eddie Gales Trompeten-Improvisationen und Mushrooms psychedelisches Spiel führen uns zum Geist der Musik, dort wo die Nacht das Licht findet und umgekehrt, wo die Fantasie alles in satte Farben oder in Dunkelheit taucht und der Mushroom turmhoch aus der Erde wächst. Ein „Joint Happening“ der ganz besonderen Art.

Anspieltipps:

  • Peace
  • The Spirit
  • I Was Torn Down At The Dance Place – Shaved Head At The Organ
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