Tunng - Good Arrows - Cover
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Tunng Good Arrows


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Das nunmehr dritte Album von Tunng ist zweifellos ihr Bestes.

Wieder mal etwas aus der Sparte „Kennt man nicht, aber muss man unbedingt gehört haben”! Die Elektro-Folk-Popper von Tunng sind nicht nur Bandmitgliedertechnisch angewachsen, sondern auch musikalisch. Und das klingt dann letztendlich genauso charmant, rätselhaft und Abwechslungsreich wie auf ihrer aktuellsten Kreation „Good Arrows”. Ihre letzte Platte „Comments Of The Inner Chorus” war bereits vollgestopft mit eleganten, minimalistischen und auf den ersten Blick unauffällig wirkenden Indie-Perlen. Und auch diesmal legen die Musiker um Knöpchendrehmeister Mike Lindsay und Saitenbearbeitungsfachmann Sam Genders wieder mal einen unglaublichen Kreativfluss an den Tag. Ihre Kombination von sanften Melodien, akustischen Instrumenten und unzähligen seltsamen Geräuschen aus Alltag, Natur und Laptop kann man einfach nur ins Herz schließen.

Mit dem verzwickt-psychedelischen Start von „Take”, bei dem sich die Akustikklampfe so wunderschön von verspielten Elektrosounds umspülen lässt und dem beinahe Südssetauglichen „Bricks”, werden wir in der kleinen farbenfrohen Welt von „Good Arrows” Willkommen geheißen. „Hands” erinnert auffallend an den großartigen Song „Jenny Again” ihres Vorgängeralbums, und irgendwie meint man auch hier einen gewissen Hauch Simon und Garfunkel verspüren zu können. Es sind die zunächst undefinierbar erscheinenden Klangfetzen die den Tunng’schen Klangkosmos so außerordentlich bereichern. Ob die Gewehrsalven auf dem gleichwohl flott-fröhlichen und auch eingängigsten Song der bisherigen Bandgeschichte „Bullets”, das akustische Lagerfeuer und die entfernten Kirchglocken des überragenden „Arms” oder der frech vor sich hinkrähende Hahn in „String”. Behutsam aber kraftvoll werden hier die Tonpassagen eingesponnen und heben damit die Stücke auf eine höhere Ebene.

Das nunmehr dritte Album von Tunng ist zweifellos ihr Bestes. Zugänglich und melodiös wie nie, aber ohne dabei den wohlbekannten Tunng-Sound zu vernachlässigen. In Sachen Soundtüfteleien wurde sogar noch einmal nachgelegt, so dass „Good Arrows” es einfach verdient hat gehört zu werden.

Anspieltipps:

  • Take
  • Bricks
  • Bullets
  • Big Time
  • Cans
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