Chris Field - Powis Square - Cover
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Chris Field Powis Square


  • Label: FOD Records/Soulfood
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Als Teenager war Chris Field ein Außenseiter, der nur Musik und seine Gitarre im Kopf hatte. In der kanadischen Provinz aufgewachsen, beschäftigte sich der kleine Chris Tag ein Tag aus mit abgenudelten Audio-Kassetten, die ihm seine Cousins aus England schickten. Darauf waren Songs der Beatles, Small Faces, The Rolling Stones und andere Kapellen, die in den 60er Jahren angesagt waren. Die Tapes beeinflussten Chris offenbar so sehr, dass er mit 18 nach Vancouver abhaute, um sich dort als Musiker durchzuschlagen.

Bald lernte er die „richtigen“ Leute und das Rock’n’Roll-Leben kennen, doch die Szene in Vancouver war nicht von besonderer Nachhaltigkeit geprägt, so dass der junge Chris gezwungenermaßen nach Toronto übersiedelte, wo es noch wilder Und Rock’n’Roll-orientierter zuging. Nicht von Ungefähr nannte Chris Field sein Debütalbum „All The Drugs In The World“ (2002), dem bis 2006 zwei weitere Blues- und Rock-getränkte Werke folgten, die sich an den musikalischen Vorbildern seiner Jugendzeit orientierten. Auch „Powis Square“ – Fields Viertwerk – geht denselben Weg und bietet ein Dutzend Songs (plus eine Bonus-Coverversion von „It’s my life“), bei denen einem jede Menge Querverweise zu geschichtsträchtigen Künstlern einfallen. Doch Obacht! Das mag man bei Chris’ Plattenfirma offenbar gar nicht so gerne hören, da sie sich im Info-Schreiben ein (Zitat) „schnödes Aufsagen dummer Vergleiche“ fast schon verbittet.

Tja, selber Schuld! Wer sich mehr oder weniger schamlos bei Größen wie den Kinks („Stars in your eyes“), Rolling Stones („Oh yeah alright“), Ringo Starr („Make it tonight“) und den Traveling Wilburys („You take me up“) – um nur ein paar zu nennen – bedient und eine durchaus wandlungsfähige Stimme ins Spiel bringt, die zwischen Mick Jagger, Tom Petty und Ray Davies changiert, muss sich solche Vergleiche einfach gefallen lassen. Und zwar besonders dann, wenn man wie Chris Field den Klängen seiner Vorbilder kaum etwas Neues hinzufügen kann. Dann kommt am Ende ein ganz nettes Rockalbum heraus, von dem man alles irgendwie und irgendwo schon mal gehört zu haben scheint. Dabei sind die Kompositionen von Chris Field nicht schlechter als die vermeintlichen Originale. Nur wird man als Hörer das Gefühl nicht los, als hätte man es auf „Powis Square“ mit gebrauchten Songs zu tun. Und das ist nun wirklich alles andere als spannend.

Anspieltipps:

  • Oh yeah alright
  • You take me up
  • I wanna love you
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