Aqualung - Memory Man - Cover
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Aqualung Memory Man


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 51 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Wem Coldplay zu pathosreich, Keane zu weinerlich und Travis zu schnulzig sind, der sei vor Aqualung ausdrücklich gewarnt! Die Band um Mastermind Matt Hales schwimmt nämlich auf derselben Piano-Pathos-Pop-Welle wie eben genannte Megaseller. Das mag für zwei, drei Songs am Stück ganz schön sein, wirkt aber bei einer Beschallung in Albumlänge sehr schnell dröge, wenn Piano, Streicher, Harfe, Akkordeon und akustische Gitarren im Midtempo auf einen ständig leidenden Sänger treffen, der nach eigener Aussage „Songs über diese merkwürdige Welt schreibt, die wahrhaftig, eindeutig, aufrichtig, poetisch, manchmal wunderschön und manchmal eben auch ein wenig seltsam sind“. Und Hauptsache melancholisch, möchte man anfügen.

Die Songs des mittlerweile dritten Aqualung-Albums „Memory Man“ bringen alles mit, um im in der heutigen Radiolandschaft stattfinden zu können, aber vor allem eine große Portion Unauffälligkeit. Die Melodien gehen direkt ins Ohr, ohne nachhaltig zu wirken, die Instrumentierung ist bombastisch und doch wieder nicht. Denn im Studio lässt sich aus allem ein leichtverdaulicher Brei mischen, der niemanden wehtut. Dabei sind die Lieder von Matt Hales im Kern Singer/Songwriter-Kost. Doch „Memory Man“ bietet lediglich BritPop-Kitsch, der berühren möchte, dies aber zu keiner Zeit schafft. Und doch soll es Menschen geben, die so was mögen.

Dabei hätte das Album wesentlich spannender werden können, wenn Hales zusammen mit seinem Bruder Ben (Gitarre, Bass) und seiner Frau Kim Oliver (Co-Komponistin) das angedachte Konzeptwerk, dessen Hintergrund eine apokalyptische Lost-In-Space-Erzählung gewesen wäre, in die Tat umgesetzt hätte. So aber werden dem Hörer elf unbeeindruckende Songs serviert, die meistens extrem mittelmäßig sind, was in der Wirkung genauso schlimm wie grottenschlechtes Songmaterial ist. Und wenn wir nicht gestorben sind, sitzt Matt Hales noch immer an seinem Piano und klimpert sich einen.

Anspieltipps:

  • Black hole
  • Pressure suit
  • Rolls so deep
  • Broken bones
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