De|Vision - NOOB - Cover
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De|Vision NOOB


  • Label: Drakkar/SonyBMG
  • Laufzeit: 55 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Von De/Vision ist man emotionale und melodiensichere Tracks gewohnt, doch was „NOOB“ über andere Alben des Duos stellt, sind die ausgefeilten, überraschenden Sounds und die ungemeine Vielfalt dieser.

Mit den Alben „Monosex“ und „Void“ haben sich De/Vision vom überaus gelungenen, klassischen Synthie-Pop der Anfangszeit verabschiedet und eine weitaus vielfältigere Richtung eingeschlagen, die immer noch elektronische Pop-Musik lebt, aber auch Parallelen zu moderner Club-Kultur sowie leichten Rock-Einflüssen zieht. Gründungsmitglied Markus Ganßert verlies aufgrund dieser Entwicklung die Band und hörte sicher mit mehr als einem Ohr, wie sich das Duo 2001 in Form des Albums „Two“ auf alte Tugenden besann und die Experimentierfreudigkeit zurückschraubte. Doch der Weg war noch lang nicht abgeschlossen, wie zum Beispiel die Longplayer „6 Feet Underground“ (2004) und das letzte Studio-Werk „Subkutan“ (2006) der treuen Fan-Basis bewiesen. Ein eigenständiger, elektronisch dominierter Sound ist daraus entstanden und doch unverkennbar De/Vision geblieben, auch wenn die ganz großen Momente nicht allzu flächendeckend emporstiegen.

Nun scheint jedoch der Knoten geplatzt zu sein, denn im erstmaligen Vierer-Gespann (zusammen mit dem Produzententeam Schumann & Bach) schrieb man die Songs für „NOOB“ und kann aus der Gemeinschaftsarbeit eine Intensität ziehen, die begeistert. Was bei den ersten Beats von „What You Deserve“ noch unterkühlt erscheint, lockert sich im Verlauf des Songs durch den eindringlichen Gesang von Steffen Keth und sensible Zwischenparts, ohne die mittlerweile lieb gewonnene dominante Coolness über Bord zu werfen. Ein Opener, der Lust auf mehr macht und von „Obsolete“ Unterstützung in Sachen tanzbarer Euphorie mit großen Hitpotenzial bekommt. Diese gelungene Gegensätzlichkeit soll dann bei weitem nicht die einzige bleiben und prägt „NOOB“, um bei „Nine Lives“ wieder auf die klassische De/Vision-Ballade zurückzukommen, bei der die fantastischen Synthesizer-Spielereien zum Ende die letzte Emotionskälte geschundener Seelen vertreiben.

Atmosphärische, teils psychedelisch angehauchte Sounds tauchen auf dem neuen Album in regelmäßigen Abständen auf und verewigen die tanzbaren wie auch die balladesken Songs in der Seele. Man höre nur das entrückte „See What I See“ und spüre die Gänsehaut, welche einen in der richtigen Stimmung übermannt. Von De/Vision ist man emotionale und melodiensichere Tracks gewohnt, doch was „NOOB“ über andere Alben des Duos stellt, sind die ausgefeilten, überraschenden Sounds und die ungemeine Vielfalt dieser. Zum jetzigen Zeitpunkt konnte den Berlinern wirklich nichts besseres passieren, als diese fruchtende Zusammenarbeit mit Schumann & Bach, aus der ein großartiges, nachhaltiges Werk entstanden ist.

Anspieltipps:

  • What You Deserve
  • Life Is Suffering
  • See What I See
  • The Enemy Inside
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