Dead Soul Tribe - A Lullaby For The Devil - Cover
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Dead Soul Tribe A Lullaby For The Devil


  • Label: Inside Out/SPV
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Dieses Album wurde speziell dafür kreiert, alle bisherigen Trademarks der Band außer Acht zu lassen und möglichst neue zu schaffen“ verspricht Mastermind, Multiinstrumentalist (Gitarre, Bass, Keyboard, Querflöte) und Sänger Devon Graves zum Release der neuesten Deadsoul Tribe-Platte „A lullaby for the devil“. Was den Härtegrad einzelner Stücke anbelangt, so mag er vielleicht Recht haben, dennoch steht auf der gemeinsam mit Drummer Adel Moustafa eingespielten Platte (wie auf den Vorgängern) noch immer die Atmosphäre im Vordergrund, die sich in düstere Klänge, eingebettet in schaurige Stimmungen präsentiert. Dass es dieses Mal gar ein Schlaflied für den Teufel höchstpersönlich geworden ist, erklärt dann möglicherweise den geschwindigkeitsbetonteren Aufbau mancher Stücke, da Graves, bevor er beim finalen Titelstück ankommt, sich erst des Beelzebubs entledigen will.

In diesem Sinne dominieren im Opener „Psychosphere“ vorwärtsgewandte Rhythmen, die den Hörer erst einmal ziemlich verdutzt zurücklassen, ist man es schließlich nicht gewohnt von einer Band wie Deadsoul Tribe dermaßen niedergeknüppelt zu werden. Das ändert sich allerdings schlagartig in „Goodbye city life“, wo Graves sogar kein Problem damit hat, den bisherigen Duktus des Stückes komplett über den Haufen zu werfen und eines seiner immer wieder schönen und beseelten Querflöten-Solos (Ian Anderson lässt grüßen) einbaut. „Here come the pigs“ knallt anschließend wieder ordentlich nach vorne, während die Lyrics mal flüsternd mal ruppig dargebracht werden und sich eine dämonische Aura auszubreiten beginnt, die vor allem in den Tracks „A stairway to nowhere“ und dem Tool-zugewandten „Any sign at all“ ihre Weiterführung findet.

Dazwischen baut Graves das wunderschöne Instrumental „The Gossamer strand“ ein, welches so etwas wie die letzten Minuten auf der Erde porträtiert, bevor es in die Niederungen der Hölle hinab geht. In diese perfekt aufgebaute Stimmung mischt sich der 70er Psychedelic Rock-Track „Fear“, der sowohl aufbautechnisch als auch atmosphärisch einiges kaputt macht, selbst wenn er als einzelner Song betrachtet keinesfalls schlecht ist. In der Dramaturgie des Albums „A lullaby for the devil“ hat er jedenfalls nichts verloren, da das harte „Further down“ dadurch ebenfalls fehl am Platz wirkt. Wenigstens kann das Titelstück noch die Kohlen aus dem Feuer holen und zumindest für einen gelungenen Abschluss sorgen. Wegen des letzten Drittels hat sich Deadsoul Tribes Fünfte jedoch Chancen auf eine höhere Wertung verpatzt. Schade!

Anspieltipps:

  • Any Sign At All
  • Here Come The Pigs
  • The Gossamer Strand
  • A Stairway To Nowhere
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