Divine Heresy - Bleed The Fifth - Cover
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Divine Heresy Bleed The Fifth


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 39 Minuten
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9.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ohne jetzt irgendeinen Hype vom Zaun zu brechen oder zu folgen: Dieser Scheiß wird euch die Ohren durchputzen, dass sie nicht nur bluten, sondern nach mehr verlangen werden! Der Name dieser musikalischen Urgewalt: „Bleed the fifth“ – Verantwortlich für diese brutale und geniale Scheibe: Divine Heresy – Das sind schon mal die zwei Eckdaten, die man sich merken sollte, wenn am 24. August der Plattenladen eures Vertrauens besucht wird. Dann nur mehr die Platte einlegen und ab geht die Post und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, denn gleich der Titeltrack legt ein höllisch groovendes Tempo vor, dem es sich nur schwer zu entziehen gilt. Eigentlich unglaublich, aber „Failed creation“ schafft es anschließend das Adrenalin noch ein Stück weiter nach oben treiben zu lassen, da hier bereits Harmonie und Brutalität dermaßen butterweich ineinander übergehen, sodass „This threat is real“ vorrangig als Beruhigungsmittel herhalten muss, selbst wenn hier die Schlagzahl des Drummers ebenfalls im oberen Bereich anzutreffen ist.

Überhaupt verrichtet der Ex-Vital Remains, und –Hate Eternal Schlagwerker Tim Yeung eine hervorragende Arbeit an seinem Instrument, da er die Doublebasssalven nur so in maschineller Präzision heraushämmert, dass es immer wieder eine Freude ist ihm beizuwohnen, wenn er von der Leine gelassen wird. Alleine der Auftakt von „Impossible is nothing“ bietet 1A-Headbangmaterial, sodass die Rübe nur allzu gerne bis ins Schleudertrauma hinein geschüttelt wird. Doch nicht nur Yeung sorgt für eine bretternde Vollbedienung, denn auch Initiator und Gitarrist Dino Cazares, der früher bei Fear Factory tätig war und nun neben dem Deathgrind-Projekt Asesino noch Divine Heresy ins Leben gerufen hat, schrubbt ordentlich an seiner Gitarre herum um dem eigentlichen Star der Platte, dem bislang unbekannten Sänger Tommy Vext, den musikalisch dichten Nährboden zu bieten, den sich sein zwischen gepressten Shouts und nie nervenden cleanen Parts pendelndes Organ verdient hat.

Apropos clean: Wer glaubt „Bleed the fifth“ hört sich an wie eine etwas härtere Variante von Killswitch Engage, der soll sich doch bitte das meisterhafte Stück „Rise of the scorned“ reinziehen. Hier herrscht nämlich pure Aggression, die mit kurzen Verschnaufpausen verziert wurde, um anschließend mit voller Wucht und doppeltem Einsatz über den Hörer hereinzubrechen und alles niederzuschmettern, was sich ihm in den Weg stellt. Und keine Angst, Gefangene oder kommerzielle Zugeständnisse macht Divine Heresy im Gegensatz zur Truppe rund um Joel Stroetzel und Mike D´Antonio auf dem kompletten Longplayer keinen einzigen, denn entweder werden ordentlich Haken geschlagen („Soul decoded“) oder die Rhythmusabteilung holzt dermaßen unbeirrt durch sämtliche Wälder, dass erst Halt gemacht wird, wenn der Track auch wirklich zu Ende ist („Royal blood heresy“). Ok, „Closure“ sticht mit der balladesken Ausrichtung stark heraus, passt aber nach der ganzen verbrannten Erde, die die vorangegangenen Tracks hinterlassen haben wie Arsch auf Eimer und beendet eine durch und durch fabelhafte, kompromisslose Platte nach allen Regeln der Kunst.

Bleibt eigentlich nur noch zu sagen, dass der Erstling von Divine Heresy dadurch rein musikalisch aufgrund der makellosen Verschmelzung von Melodie und Härte auf einer Stufe mit Panteras „Vulgar display of power“ (02/1992) steht, auch wenn die epochale Bedeutung keineswegs gegeben ist, denn das Rad erfinden die Herrschaften Cazares, Yeung und Vext keinesfalls neu, aber wenn eine Platte diesen Vergleich verdient hat, dann „Bleed the fifth“, die einfach die perfekte Fusion aus Hart meets Zart liefert und ganz nebenbei in eine brutal gute Produktion von Logan Mader, der früher als Gitarrist bei Machine Head und Soulfly seine Brötchen verdient hat, verpackt ist.

Anspieltipps:

  • Failed Creation
  • Royal Blood Heresy
  • Rise Of The Scorned
  • Impossible Is Nothing
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