Heaven And Hell - Live From Radio City Music Hall - Cover
Große Ansicht

Heaven And Hell Live From Radio City Music Hall


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 116 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Es war ein denkwürdiger Abend für alle Beteiligten. Die Meute vor der Radio City Music Hall in New York überschlägt sich vor Lobgesängen ob der Genialität des Vierers, der in weniger als einer Stunde vor ihnen spielen wird. Euphorisch berichtet die Band selbst über ihre Wiedervereinigung und die Ereignisse, die dazu geführt haben nun vor zig Tausenden Menschen ein Konzert zu geben bzw. diese Tournee zu bestreiten. Nur drei neue Songs als kleines Zuckerl für die Compilation „The dio years“ (03/2007) sollten es werden, doch nachdem der Zusammenhalt aller Beteiligten in ungeahnte Höhen schnellte, musste natürlich auch eine begleitende Tour gemacht werden, allerdings unter anderem Namen, denn „Wir wollten die Fans nicht irritieren. Bei Heaven And Hell geht es vor allem um das Material, das wir mit Ronnie aufgenommen haben.“

Die Rede ist natürlich von dem legendären LineUp Ronnie James Dio (Gesang), Tony Iommi (Gitarre), Geezer Butler (Bass) und Vinnie Appice (Schlagzeug), das Anfang der 80er Jahre mit den Alben „Heaven and hell“ (1980, hier jedoch noch mit Bill Ward hinter den Drums), „Mob rules“ (1981) und dem Live-Album „Live evil“ (1982) Rockgeschichte geschrieben hat, nachdem Ozzy „The prince of darkness“ Osbourne bei Black Sabbath ausgestiegen ist. Dio quittierte zwar ebenfalls kurz darauf seinen Job und wurde von Tony Martin abgelöst, kehrte jedoch für das Album „Dehumanizer“ (1992) ein zweites Mal zurück um gleich danach wieder das Feld zu räumen. Und jetzt, 15 Jahre später, schlossen sich die Vier wieder unter dem Namen Heaven And Hell zusammen um dem alten Material Tribut zu zollen und ein gemeinsames Album in Angriff zu nehmen.

Doch bevor es soweit ist, beglücken uns die Black Sabbath-Veteranen mit einer Kostprobe ihres Könnens via Live-Mitschnitt. Der liegt in einem limitierten Doppel-CD plus DVD-Digipak mitsamt Poster, Tourpass und Photocards vor oder kann bei Bedarf auch getrennt erworben werden. Zum wesentlich teureren Komplettpaket muss gleich vorweg gesagt werden, wer als Sammler oder Hardcore-Fan auf nette Beigaben steht, denn mehr sind die zusätzlichen Gimmicks nicht, der sollte sofort zugreifen. Alle anderen sollten sich überlegen in welches Format sie lieber ihr Geld investieren, denn sowohl die zwei CD´s als auch die DVD bieten seitens der Musik dasselbe Programm. Hier und da wurde knapp 2 Stunden lang und ungeschnitten der Auftritt von Heaven And Hell in der Radio City Music Hall aufgezeichnet.

Darüber gibt es prinzipiell nicht viel zu sagen. Ronnie James Dio hat mit seinen 65 Jahren noch erstaunlich viel Kraft in der Lunge und seine übrigen Mitstreiter sind spieltechnisch sowieso über jeden Zweifel erhaben, bewegen sich allerdings kaum bis gar nicht auf der Bühne. Zwar schleichen sich trotz genialer Darbietung und minutenlanger, vor Spiellust strotzender Solos wie etwa im viertelstündigen „Heaven and hell“ zusätzlich einige Längen ein, doch wenn man bedenkt, dass die Herrschaften Anfang/Mitte der 70er in der Blütezeit des Rock bereits auf die 30 zugegangen sind, so kann man hiervor nur neidvoll den Hut ziehen. Was die Songauswahl betrifft, so beschränkt sich diese auf Tracks aus den oben genannten Alben, lediglich „The devil cried“ und „Shadow of the wind“ geben als neue Songs einen wirklichen Vorgeschmack auf das kommende Werk. Wer also „Paranoid“, „War pigs“ oder „Iron man“ erwartet, der ist mit „Live evil“ besser bedient.

Der Sound ist sowohl auf DVD (wahlweise in Dolby Digital 2.0 oder 5.1-Abmischung) als auch auf CD einwandfrei, jedoch das Bild hätte auf der DVD eine Spur schärfer sein können. Die dortigen Beigaben beschränken sich auf eine recht interessante, 20minütige Dokumentation („Heaven And Hell road movie“) über das Wieso und Warum der Tour, während sich der Rest aus Ehrfurchtsbezeugungen der Fans („Hail the gods of metal“, „Meet the mob“) und einem trockenen Bericht über die Radio City Music Hall selbst („Radio city“) zusammensetzt. Welche Fassung letztendlich die einzig Wahre ist und einen Kauf rechtfertigt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Anspieltipps:

  • I
  • Die Young
  • Children Of The Sea
  • The Sign Of The Southern Cross
Neue Kritiken im Genre „Hardrock“
Diskutiere über „Heaven And Hell“
comments powered by Disqus