The New Pornographers - Challengers - Cover
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The New Pornographers Challengers


  • Label: Matador/INDIGO
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Challengers“ bringen die neuen Pornographen nun bereits ihr viertes Album an den Start.

Künstler-Kollektive sind dieser Tage ja wieder in aller Munde. Acts wie Broken Social Scene oder The Arcade Fire verzeichnen nicht nur bei den Kritikern beachtliche Erfolge, sondern kommen auch beim Publikum immer besser an. Auch The New Pornographers fallen prinzipiell in die Kategorie des Künstler-Kollektivs – und irgendwie auch nicht. Bei ihnen passt vielleicht eher der furchtbar platt klingende Begriff der „Supergroup“, nicht zuletzt, weil die neun Bandmitglieder um Mastermind Carl Newman auch in anderen (Solo-)Projekten erfolgreich sind.

Mit „Challengers“ bringen die neuen Pornographen nun bereits ihr viertes Album an den Start. Und wie zuvor steht alles ganz im Zeichen des Pop – und das ist durchweg positiv zu verstehen! Newman, der die meisten Songs schreibt, zeichnet ein hervorragendes Gespür für den Fluss eines Songs aus. The New Pornographers klingen, sicherlich auch der Klasse jedes Einzelnen zu verdanken, wie ein perfekt eingespieltes Pop-Orchester, dessen Songs nach Drama und großer Geste klingen, ohne zu viel klebriges Pathos zu versprühen („Failsafe“, „Go Places“).

Wie bereits auf den ersten Alben bestechen die New Pornographers durch variantenreiche und mitreißende Arrangements. Oft scheint der Sound so dicht und atmosphärisch, dass die Texte beinahe ein wenig unterzugehen drohen. Das allerdings wäre schade. Denn viele Songs erzählen eine Geschichte oder Episoden, die es wert sind, gehört zu werden. („All The Old Showstoppers“, „Myriad Harbour“) Geschickt wird mit Worten und Bildern gespielt, die Melancholie der Texte wird durch die Musik wunderbar aufgefangen: „Heartbeat, you abandoned searches your lost ride / You're in my lost country now lady / Sweethearts in the crosstown wild / You don't let go to the new live history goes with me“ („Mutiny, I Promise You).

„Challengers“ erlaubt sich allerdings im Vergleich zu seinen Vorgängern die Schwäche, dass die „Balladen“, sofern man sie so nenne möchte, nicht die Kraft besitzen, wie es zum Beispiel das wunderbare „The Bleeding Heart Show“ vom Album „Twin Cinema“. Nichtsdestotrotz ist es den Kanadiern auch mit ihrem vierten Album wieder gelungen, schöne Popsongs mit Anspruch zu produzieren, ohne dabei der Gefahr zu erliegen, kitschig zu klingen.

Anspieltipps:

  • All The Old Showstoppers
  • Myriad Harbour
  • All The Things That Go To Make Heaven And Earth
  • Go Places
  • Mutiny, I Promise You
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