The Cribs - Men´s Needs, Women´s Needs, Whatever - Cover
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The Cribs Men´s Needs, Women´s Needs, Whatever


  • Label: Wichita/WEA
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

In jedem Hype steckt ein Körnchen Wahrheit. So auch bei The Cribs, einer indie-rockenden Truppe aus Westfield, West Yorkshire, die sich aus den Zwillingen Ryan (Gesang, Gitarre) und Gary Jarman (Gesang, Bass), sowie deren jüngeren Bruder Ross Jarman (Schlagzeug) zusammensetzt. Zwar rumpeln die drei Jungs schon seit 2003 mit ihren Punk/Pop-infizierten Songs durch Großbritannien, allerdings gibt es erst jetzt mit dem bereits dritten Werk „Men´s needs, woman´s needs, whatever“ ein Medienecho der einschlägigen englischen Musikgazetten. Doch was unterscheidet das Trio denn nun von irgendeinem anderen Rock-Export aus anderen Ländern?

Im Großen und Ganzen nicht viel, allerdings präsentieren die Jungs ihr stürmisches Material durch facettenreiches Spiel und massenhaft Ideen besser als so manche ähnlich klingende Truppe, wodurch gleich zu Beginn drei potentielle und unwiderstehliche Hits auf den Hörer niederprasseln. Besonders spannend wird es wenn die Jarman-Brüder über minimalistische, immer wiederkehrende Textzeilen wie „I´m a realist / I´m a romantic / I´m an indecisive piece of shit“ („I´m a realist“) eine eindringliche Melodie setzen, die einem zusammen mit den Lyrics nicht mehr aus dem Kopf gehen will.

In auffälliger Art und Weise setzen sie dieses Gestaltungselement in den selbstironischen und gewagteren Stücken „Major´s titling victory“ („I can´t find time for her, oh no / Because I´m empty / Because of MTV“) und „Be safe“ ein, von denen letzteres einen Gastauftritt von Lee Ranaldo von Sonic Youth beinhaltet, der über die gesamten 6 Minuten einen „misanthropischen Monolog vom Stapel lässt“, welchen The Cribs lediglich mit „I know a place we can go / Where you´ll fall in love so hard / That you´ll wish you were dead“ kommentieren. Allerdings geht der Track spätestens ab der Hälfte ziemlich auf die Nerven, da es sich die drei Jungs nicht nehmen haben lassen ständig „Be safe“ ins Mikro zu brüllen.

Das hier vor allem die Pixies einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Musik hatten, wird durch die gleichgültige Einstellung der Sänger deutlich, die manches Mal recht windschief den Text verausgaben oder sich auf Gitarrenfeedbacks stützen, wie z.B. in „My life flashed before my eyes“ oder „Men´s needs“, die durch die aufjaulenden Gitarren als wiederkehrende Struktur erst den richtigen Ohrwurmcharakter bekommen. Ein besonders interessantes Detail am Rande ist allerdings, dass Alex Kapranos von Franz Ferdinand mit „Men´s needs, woman´s needs, whatever“ seine erste Arbeit als Produzent abgelegt hat, nachdem er The Cribs darum gebeten hatte. Was jedoch nichts daran ändert, dass der dritte Longplayer der Briten trotzdem stellenweise zu beliebiges Material offenbart, was die Jungs dann eben doch nicht von anderen Rock-Bands unterscheidet.

Anspieltipps:

  • Men´s Needs
  • I´m A Realist
  • Ancient History
  • Girls Like Mistery
  • My Life Flashed Before My Eyes
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