Moneybrother - Mount Pleasure - Cover
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Moneybrother Mount Pleasure


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 37 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Mount Pleasure“ – so heißt das dritte internationale Studioalbum von Anders Wendin alias Moneybrother. So heißt aber auch ein Berg auf der kleinen karibischen Insel Bequia, der den Schweden anscheinend sehr faszinierte und dessen Name schließlich als Vorbild diente. Beglückte uns der Schwede auf „To Die Alone“ und „Blood Panic“ vorwiegend mit großen Liebesliedern, scheint sich der thematische Schwerpunkt auf dem neuen Werk etwas zu verschieben: Laut Wendin ist es durch eine Zeit in seinem Leben geprägt, in der er sehr viel mit seinen Freunden zusammen war und mit ihnen feierte.

Nach dem ersten Durchlauf stellt man erfreut und gut gelaunt fest: Da hat sich soundtechnisch nicht viel verändert: tanzbar und charmant erstrahlt der Künstler in altem, neuem Glanz und schwelgt dieses mal im unendlich-großem Reich der Melancholie, der Freundschaft, der Nostalgie und auch wieder des Herzschmerzes. Die Songs mit ihren soulig-poppigen Melodien erwecken Frühlings- und Sommergefühle zum Leben – nein, eher zum Tanzen und es dauert nicht lange, da macht man einfach mit und lässt sich treiben durch diesen Genuss, diese Freude, den „Mount Pleasure“ eben. „Guess Who’s gonna get some tonight“ legt zum Beispiel gleich einen kraftvollen Start hin und erinnert zu Beginn auch mal an „Summer of 69“, bleibt aber weit genug davon entfernt. Da schallen die Gitarren, das Klavier klimpert unbekümmert vor sich hin und Wendin singt sich mit seinem unverwechselbaren Soul in der Stimme erneut in die Herzen der Indie-Pop-Fans.

Eine positive und entspannte Grundstimmung durchzieht das gesamte Album. Genannt werden sollten da „Down At The R“ oder „It’s Time for Falling Apart”, die vom Abschalten aus dem Alltag erzählen und auch genau dazu dienen. „Just another summer“ ist ein weiterer Song, der den Mount Pleasure maßgeblich prägt und ihm seine Kontur verleiht. Anders Wendin singt hier über die Magie des Sommers, die durch das Älterwerden immer mehr verkommt, lässt sie aber durch diesen Song einfach mal wieder aufleben. Im einzigen wirklich ruhigen Moment der Scheibe überrascht uns Wendin durch ein trauriges und gefühlvolles Duett mit der norwegischen Sängerin Ane Brun. Das Thema Liebeskummer ist immer noch seine Spezialdisziplin und darf natürlich nicht gänzlich fehlen.

Moneybrother schafft mit seinen neuen Songs eine durchweg relaxte und lockere Atmosphäre, die nicht zuletzt auch durch das wunderbar leichte „I know It ain’t Right“ entsteht. Akustik-Gitarre und Saxofon-Soli sorgen für den Höhepunkt des Hörgenusses. Das ist der geborene Sound um den Stress des Alltages zu vergessen und sich auf die schönen Dinge des Lebens besinnen zu können.

Eine Platte, die gerne auch mal nach Feierabend in den CD-Player geschoben werden wird und die den einen oder anderen Sommerabend musikalisch unterstreichen kann. Moneybrother überzeugt uns einmal mehr durch seine Unbekümmertheit und durch schöne Melodien, die sich vielleicht manchmal etwas an den Allerwelts-Radiosound anlehnen, aber sich nicht mit ihm vereinen und damit etwas Besonderes bleiben. Der Schwede vergrößert mit dem „Mount Pleasure“ eindeutig sein Terrain in der umkämpften Musiklandschaft.

Anspieltipps:

  • Guess Who’s Gonna Get Some Tonight
  • Just Another Summer
  • I Know It Ain’t Right
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